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Bundestag beschließt Klimaschutzgesetz | BR24

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CO2 wird besteuert, Bahntickets günstiger und Fliegen teurer: Keiner kommt mehr aus. Die wichtigsten Teile des Klima-Pakets hat der Bundestag heute verabschiedet - auch ein Kontroll-Gesetz.

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Bundestag beschließt Klimaschutzgesetz

Der Bundestag hat zentrale Teile des Klimaschutzpakets verabschiedet. Das Grundprinzip soll sein: Wer sich klimafreundlich verhält, wird belohnt. Wer viel CO2 ausstößt, soll mehr zahlen. Doch was bedeutet das konkret für Verbraucher?

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Was kostet mich das Klimapaket beim Tanken?

Es kommt zwar bei Benzin und Diesel ein Preis für den Ausstoß von CO2 obendrauf, aber am Anfang wird man den kaum merken. Ab dem Jahr 2021 wird der Liter Sprit etwa 3 Cent teurer. In den Jahren danach soll der Preis aber weiter ansteigen – 2025 sollen es dann etwa 10 Cent mehr sein als heute.

Was kostet mich das Klimapaket beim Heizen?

Auch Heizen mit Öl und Gas wird teurer, weil dort ebenfalls ein CO2-Preis erhoben wird. Laut einer Studie der TU-Dortmund bedeutet das für eine Durchschnittswohnung mit 71 Quadratmetern in einem Mehrfamilienhaus: zunächst 20 Euro mehr pro Jahr. Bis 2026 steigen die Mehrkosten auf etwa 70 Euro. Und wer mit Öl heizt, zahlt wesentlich mehr als derjenige, der eine Gasheizung hat. Das liegt daran, dass beim Verbrennen von Öl mehr CO2 frei wird.

Was kostet mich das Klimapaket beim Fliegen?

Fliegen soll teurer werden, weil auch dabei viel CO2 entsteht. Deshalb soll die Luftverkehrssteuer steigen: Auf kurzen innereuropäischen Strecken müssen dann 5,53 Euro mehr bezahlt werden, für mittlere Distanzen erhöht sich die Luftverkehrsabgabe um 9,58 Euro, bei längeren Strecken um 17,25 Euro.

Was spare ich beim Bahnfahren?

Die Mehrwertsteuer auf Tickets für lange Bahnfahrten soll sinken – von 19 Prozent auf den ermäßigten Satz von sieben Prozent. Eine Bahnfahrt von München nach Berlin in der 2. Klasse würde dann im Normalpreis etwa 150 kosten, rund 17 Euro weniger als bisher.

Was spare ich, wenn ich mein Haus klimafreundlich saniere?

Wer seine Heizung austauscht, neue Fenster einbaut oder Dächer und Außenwände dämmt, der kann sich ab kommendem Jahr einen Teil der Kosten zurückerstatten lassen – und zwar bis zu 40.000 Euro. Das Ganze läuft über die Steuererklärung.

Was spare ich bei der Stromrechnung?

Nehmen wir als Beispiel eine vierköpfige Familie mit einem Verbrauch von jährlich 4000 Kilowattstunden: Sie würde pro Jahr 10 Euro weniger für ihre Stromrechnung zahlen. Denn ab übernächstem Jahr soll die Ökostrom-Umlage sinken, anfangs um 0,25 Cent pro Kilowattstunde. Aber einen großen Unterschied macht das erstmal nicht. Mit der sogenannten EEG-Umlage finanzieren Haushalte und Industrie den Ausbau der erneuerbaren Energien mit.

Was spare ich als Pendler?

Wer lange Strecken zu seinem Arbeitsplatz pendelt, der soll künftig eine höhere Pendlerpauschale bekommen. Ab dem 21. Kilometer soll es pro Kilometer 35 Cent statt bisher 30 geben. Die Pendlerpauschale darf man von der Steuer abziehen. Wer so wenig verdient, dass er nicht von dem Steuerrabatt profitiert, soll stattdessen eine Mobilitätsprämie erhalten. Laut Finanzministerium betrifft das gut 200.000 Menschen.

Was spare ich, wenn ich ein E-Auto kaufe?

Das kommt darauf an, welches E-Auto: Für ein Auto, das nur mit Strom fährt und bis zu 40.000 Euro kostet, gibt es künftig 6000 statt 4500 Euro Kaufprämie. Wer einen Hybrid in der gleichen Preisklasse kauft, bekommt 4500 statt 3000 Euro. Für teurere reine E-Autos soll es künftig 5000 Euro geben, für teurere Hybride 4000 Euro. Die Kaufprämie soll bis Ende 2025 verlängert werden.

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