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Was kann Politik von der Corona-Krise für die Klimakrise lernen? | BR24

© picture alliance/augenklick/GES

Reichstagsgebäude, Sitz des Deutschen Bundestags

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    Was kann Politik von der Corona-Krise für die Klimakrise lernen?

    Mit drastischen Worten warnen Politiker vor den Gefahren des Corona-Virus. Wissenschaftler stehen an vorderster Front bei der Krisenkommunikation. Sollte sich die Politik die Corona-Krise als Vorbild für die Kommunikation der Klimakrise nehmen?

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    Angela Merkel hat schon viele Krisen erlebt, aber so hat sie noch nie gesprochen: "Es ist ernst, nehmen Sie es auch ernst. Seit der deutschen Einheit, nein seit dem Zweiten Weltkrieg, gab es keine Herausforderung an unser Land mehr, bei der es so sehr auf unser gemeinsames solidarisches Handeln ankommt." Das sagte sie in ihrer ersten TV-Ansprache während der Corona-Krise.

    Politiker aus allen Parteien warnen eindringlich vor den Risiken des neuartigen Virus. Und auch Wissenschaftler spielen bei der Kommunikation in der Corona-Krise eine zentrale Rolle. Luisa Neubauer, Aktivistin bei Fridays for Future, würde sich wünschen, dass die Politik auch in der Klimakrise mehr auf Experten aus der Wissenschaft hört.

    Klimakrise nicht als Krise ernst genommen

    "Wir erleben natürlich auch, dass ganz viele von den Ausreden, die bisher genutzt wurden, um uns weiszumachen, was alles nicht gehen würde in der Klimakrise, sich grade ein bisschen verflüchtigen", sagt Neubauer. Es stelle sich die Frage, ob man jemals bereit gewesen sei, die Krise ernst zu nehmen.

    Welche Lehren lassen sich für die Lösung der Klimakrise aus dem Umgang mit der Coronakrise ziehen? Wie drastisch sollten Politiker die Klimakrise kommunizieren? In der Coronakrise sagen Politiker klar, wie gefährlich die Krise selbst ist und was das für jeden einzelnen bedeutet - Kontaktverbot, Ausgehbeschränkungen, Shutdown.

    Coronakrise wird schonungsloser kommuniziert

    Politiker kommunizieren die Risiken von Corona klarer, schonungsloser als die des Klimawandels. Das liege natürlich auch daran, dass die Auswirkungen der Coronakrise unmittelbar spürbar sind, sagt Martin Löffelholz, Krisenkommunikationsforscher an der TU Ilmenau.

    Bei der aktuellen Pandemie handele es sich um eine plötzliche Krise. In sehr kurzer Zeit entstehe ein sehr hoher Schaden, während man beim Klimawandel über eine eher schleichende Krise spreche, erklärt Löffelholz. In einem deutlich längeren Zeitraum entstehe ebenfalls ein sehr hoher Schaden. Dieser Schaden werde aber von Laien kaum oder sehr begrenzt dem Klimawandel zugeschrieben.

    Gesellschaftlicher Konsens für Corona-Maßnahmen

    Die drastischen Maßnahmen, die der Staat gegen die Coronakrise ergreift, seien nur möglich, weil es dafür auch einen gesellschaftlichen Konsens gebe, sagt Löffelholz. Dieser Konsens fehle bei der Klimakrise. Die Bedrohung ist abstrakt, die Vorstellungen darüber, welche Einschränkungen angemessen sind, gehen auseinander.

    Anja Weisgerber, klimapolitische Sprecherin der CSU im Bundestag, entgegnet, dass es die drastische Kommunikation in Sachen Klimawandel schon gebe. Das Bewusstsein der Menschen müsse aber noch weiter geschärft werden. Klimaschützer kritisieren hingegen, dass die Bundesregierung vermittelt, mit dem Klimapaket wurde getan, was möglich ist. In der Coronakrise sagt die Bundesregierung, was nötig ist.

    Lehre für die Klimakrise: Früh vorbeugen

    Für Oliver Krischer, Klimaexperte der Grünen, ist eine Lehre aus der Coronakrise für die Klimakrise: Prävention ist nötig und möglich. Viele Menschen hätten gemerkt, dass man nicht in eine Krise reinschliddern müsse, sie nicht tatenlos hinnehmen müsse, sondern es Sinn mache, zu handeln. Das könnte eine positive Perspektive sein, wenn man etwas aus der einen für die andere Krise lernen wolle.

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