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Was bringt ein Werbeverbot für Fleisch? | BR24

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In Plastik eingeschweißtes Fleisch.

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Was bringt ein Werbeverbot für Fleisch?

Schinken: 100 Gramm für 83 Cent. Ist so eine Werbung für Billigfleisch vertretbar? Greenpeace sagt Nein und fordert ein Werbeverbot für Fleischwaren. Die BR24-Leser haben darüber hitzig diskutiert. Besondere Kommentare hier zusammengefasst.

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Von
  • Cosima Weiske

Von einer "Doppelmoral der Deutschen" spricht Leserin Steffi Beck angesichts der gescheiterten Preis-Aktion der Supermärkte Lidl und Kaufland. Die beiden Handelsketten hatten für einige Wochen die Preise für Schweinefleisch erhöht: Einen Euro kostete die Ware mehr. Dieser Aufpreis ging eins zu eins an die Landwirte. Doch die Aktion war für die Supermärkte kein Erfolg. Die Kunden zogen nicht mit, heißt es von Lidl und Kaufland.

Über den Preiskampf im Supermarkt und die Probleme der Landwirte in Bayern diskutiert die Münchner Runde am Mittwochabend, den 17.02., um 20:15 Uhr live im BR Fernsehen und hier bei BR24.

Wer ist schuld am Preisdumping?

Ob immer die Konsumenten tiefer in die Tasche greifen sollen, stellt für BR24-Nutzer Michael Strunz in Frage. Viele Deutsche könnten keinen höheren Preis für Fleisch bezahlen, auch wenn die Bereitschaft da sei. "Ich selber kenne in Bayreuth eine Metzgerei, die vor 30 Jahren samstags immer proppenvoll war." Heute, so Michael Strunz, stünden da vielleicht noch zwei oder drei Personen in der Schlange.

BR24-Leser Matze Mähnert sieht das Problem bei den Herstellern: Die Bauern sollten sich am besten auf Preise einigen, dann bliebe auch den Handelsketten nichts anderes übrig, als diese Preise zu bezahlen. Dass sich die Bauern durch Angebote die Preise gegenseitig kaputt machen, sei nicht die Schuld des Verbrauchers, so Mähnert. Leserin Steffi Beck sagt hingegen: Kein Land in Europa sei gemessen an seinem Einkommen bereit, so wenig für hochwertige Nahrungsmittel zu zahlen. Ihrer Ansicht nach geben die Deutschen also zu wenig für Lebensmittel aus.

Werbeverbot für Fleisch

Die Umweltorganisation Greenpeace hat ein Werbeverbot für Fleisch geprüft. Ein Rechtsgutachten kommt zu dem Ergebnis, dass ein Verbot rechtlich möglich wäre. Aus Sicht von Greenpeace verschweigt die Fleischwerbung die hohen Kosten, die durch den Fleischkonsum entstehen. Die Schäden für Umwelt, Klima und Gesundheit werden auf sechs Milliarden Euro beziffert.

Ob ein Werbeverbot zielführend ist, darüber sind sich die BR24-Leser uneins. "Was kommt als Nächstes?", fragt Jonas Wollny. Von einem Werbeverbot für Zucker über Soja und Erdnüsse bis hin zu einem Werbeverbot für Sportwetten sei dann alles denkbar, befürchtet er.

BR24-Leser Klaus Müller möchte lieber auf positive Anreize setzen. Man solle verstärkt Fleisch aus tierfreundlicher Haltung bewerben. So sieht es auch Fabian Buschbeck. Statt eines Verbots sollte in Werbung für maßvollen Genuss und Qualität intensiviert werden.

Werbeverbot für Zigaretten als Vorbild

Anderen geht ein Werbeverbot für Fleisch nicht weit genug. BR24-Leserin Ni Ki sagt, sie sei dafür, auf Fleischverpackungen im Supermarkt Bilder der Haltungsform anzubringen, ähnlich wie auf Zigarettenpackungen. "Wenn einen ein gequältes, eingepferchtes Schwein von der Packung anschaut", dann würden sich viele Verbraucher vielleicht überlegen, ob sie nicht doch besser zum Biofleisch greifen sollen, so Ni Ki.

Ähnlich sieht es auch Jazzmin Churcher. Bei der Zigarettenwerbung habe dieses Vorgehen schließlich auch funktioniert. "Meine Oma hat noch in der Zigarettenfabrik Tabak gewickelt und der Vater hat uns Kinder am Esstisch vollgequalmt." Heute sei das undenkbar: "Wer rauchen will, muss in die Ecke und sich schämen." Insofern sieht sie in dem Werbeverbot für Fleisch einen wichtigen Schritt für einen bewussteren Umgang mit Tier und Umwelt.

LIVESTREAM beendet

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