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Produktionsstraße bei Audi im Werk Ingolstadt
© picture alliance/imageBROKER
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Produktionsstraße bei Audi im Werk Ingolstadt

Um für den Krisenfall gewappnet zu sein oder um im Krisenfall reagieren zu können, soll ein Beschäftigungspakt möglichst viele Arbeitsplätze erhalten. Gewerkschaft oder Betriebsrat vereinbaren mit dem Unternehmen, dass keine betriebsbedingten Kündigungen ausgesprochen werden dürfen.

Sicherheit für gesamte Standorte

Es kann dann niemand auf die Straße gesetzt werden, weil es zum Beispiel keine Aufträge mehr gibt, der Betrieb in Finanzproblemen steckt oder ein Teil der Produktion ins Ausland verlagert werden soll. Manchmal wird sogar der Erhalt ganzer Standorte in Tarifverträgen oder Betriebsvereinbarungen abgesichert.

Entgegenkommen hat seinen Preis

Wenn sich Firmen darauf einlassen, fordern sie im Gegenzug meist einen Beitrag der Belegschaft ein. Die verzichtet im Krisenfall zum Beispiel auf das Weihnachtsgeld, der Tariflohn wird vorübergehend abgesenkt oder die Arbeitszeit verlängert.

Verzögerter Spareffekt durch Abfindung oder Altersteilzeit

Solch ein Sanierungstarifvertrag wurde bei Karstadt vor Jahren unterschrieben. Um trotz Beschäftigungspakt Personal, wenn nötig, abbauen zu können, handeln Betriebsrat oder Gewerkschaft wie jetzt bei Audi Sonderkonditionen aus.

Wer freiwillig die Firma verlässt, bekommt eine entsprechend hohe Abfindung zugesichert. Oder älteren Beschäftigten wird angeboten, in Altersteilzeit zu gehen. Dafür muss eine Firma tief in die Kasse greifen. Der Spareffekt stellt sich erst später ein. Ein Beschäftigungspakt wird immer auf Zeit geschlossen - zum Teil mit einem Sonderkündigungsrecht, falls es der Firma unerwartet doch wieder besser oder viel schlechter geht.