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Wartezeiten bei Rentenversicherung: Was BR24-Nutzer erleben | BR24

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Debatte um die Erwerbsminderungsrente bei BR24

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    Wartezeiten bei Rentenversicherung: Was BR24-Nutzer erleben

    Die Reaktionen auf den BR24-Beitrag zu Wartezeiten bei der Rentenversicherung zeigen: die von uns ausgeführten Beispiele sind keine Einzelfälle - und für die Betroffenen oft eine extreme Belastung. Ein Überblick über die Debatte.

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    Wer eine Erwerbsminderungsrente beantragt, ist auf dieses Geld oft dringend angewiesen. Umso schlimmer, wenn sich die Rentenversicherungsanstalt Monate oder gar Jahre Zeit lässt, um den Antrag zu bearbeiten. In einem BR24-Beitrag vom Mittwoch berichteten wir über zwei Fälle, bei denen die Behörden jeden Versuch der Kontaktaufnahme durch die Betroffenen ins Leere laufen ließen.

    Das Echo in unserem Forum und in den sozialen Medien lässt darauf schließen, dass die Beispiele Extrem- aber bei weitem keine Einzelfälle sind. Auch wenn die Kommunikation funktioniert, fühlen sich viele Betroffene vom Wechselspiel aus Bescheiden, Arztterminen, Gutachten und Gegengutachten zermürbt.

    "Eine vierjährige Odyssee"

    Nutzerin Liese64 bezeichnet ihr Bewilligungsverfahren als "4 Jahre Odyssee":

    "Ich wurde von einem Gutachten zum nächsten gejagt. Ein Jahr davon Wartezeit, ob Termin beim selbstgesuchten Gutachter, der mir zugesagt wurde, ok ist. Zwischenzeitlich war dieser Termin natürlich verfallen. Die Suche ging von vorne los. Und dann trotz Bestätigung seitens eigenem Gutachter und Hilfe durch Anwalt nochmal ein Gutachten durch den DRV. Jedesmal Ärzte, die mit meiner Erkrankung nichts zu tun hatten." Liese64, BR24-Nutzerin

    Ähnliche Erfahrungen macht auch die Ehefrau von Nutzer Franz - immerhin mit gutem Ausgang:

    "Die ersten zwei Ärzte (Gutachter) stellten fest, kann bis max. 6 Std. täglich arbeiten, der dritte Arzt (Gutachter) stellte fest, meine Ehefrau kann definitiv überhaupt nicht mehr arbeiten - unabhängig der 90%igen Schwerbehinderung!!! Dann wurde 2x gegen den ablehnenden Rentenbescheid Klage eingereicht mit jeweils gerichtlich angeordneten weiteren Gutachten - die zugunsten meiner Ehefrau ausfielen. Positiv war, sie bekam, die Rente nachbezahlt." Franz, BR24-Nutzer

    Nutzern hilft oft nur der Gang zum Anwalt

    Auch auf Facebook berichten viele Nutzer, dass ihnen am Ende nur der Gang vor Gericht blieb.

    Alice Hackl etwa schreibt: "Aus eigener Erfahrung: Es wird von der DRV reklamiert, dass Unterlagen fehlten. Tatsache: Diese Unterlagen wurden von einer internen Stelle nicht weitergeleitet und mir von dieser Sachbearbeiterin vorgeworfen, dass ich ihr das hätte sagen müssen. Mails werden nach internen Infos vernichtet. Mir half nur die Einschaltung eines Anwaltes."

    Auch Petra Wennes beklagt die hohen Hürden: "Ich hatte mir damals einen Anwalt genommen. Alleine hatte ich nicht die Kraft. Man ist bei Erwerbsminderungsrente ja nicht fit...".

    "4 Jahre bis zum Sozialgericht, das macht psychisch krank" Ines Fleischer, BR24-Nutzerin auf Facebook

    VDK wird von vielen Nutzern gelobt

    Neben Anwälten fanden viele Nutzer offenbar Hilfe beim VdK, dem größten Sozialverband Deutschlands. Chrissi Welt zum Beispiel schreibt auf Facebook: "Ohne die Hilfe des VdK hätte ich niemals die EM-Rente zugesprochen bekommen. Es lief sogar auf einen Prozess vorm Sozialgericht hinaus. Lasst euch helfen!"

    Dass es - je nach Ausgangslage - auch schneller gehen kann, berichten ebenfalls Nutzer. Niki Zant etwa schreibt, "Wartezeit bis positiven Bescheid 4 Wochen." Auch Andrea Mayr schreibt: "Bei mir war nach 4 Wochen der positive Bescheid da."

    Aber selbst wenn es sich bei langen Verfahren um Einzelfälle handelt. Für die Betroffenen ist es häufig eine extreme Belastung, wie Elke Sturm schreibt: "Kraft ,die man eigentlich für die Krankheit braucht, wird auch noch durch Existenzängste zusätzlich belastet."