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Warnstreiks: Allein in Frankfurt 610 Flüge gestrichen | BR24

© dpa-Bildfunk/Tobias Hase

München: Ein Megafon steht am Flughafen auf dem Boden vor dem Terminal 2, vor dem Gebäude haben sich auch Mitarbeiter im Warnstreik versammelt.

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    Warnstreiks: Allein in Frankfurt 610 Flüge gestrichen

    Die Warnstreiks an deutschen Flughäfen haben den Flugverkehr massiv eingeschränkt. In Frankfurt wurden 610 Flüge gestrichen, rund jeder zweite. Auch in München, Hamburg, Hannover, Bremen, Leipzig, Erfurt und Dresden streikte das Sicherheitspersonal.

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    Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi erhöhte mit den Streiks vor der nächsten Verhandlungsrunde am 23. Januar den Druck in dem Tarifkonflikt. Die rund 23.000 Beschäftigten des Sicherheitspersonals sollen nach der Verdi-Forderung künftig einen Stundenlohn von 20 Euro bekommen, die Arbeitgeber lehnen das bisher ab.

    Warnstreiks an Flughäfen haben um Mitternacht begonnen

    Die Warnstreiks am Dienstag starteten um Mitternacht in Hannover, Bremen und Hamburg. Um 02.00 Uhr begannen dann auch in Frankfurt am Main die Arbeitsniederlegungen, wie der dortige Verdi-Streikleiter Mathias Venema in der Nacht zu AFP sagte. "Der Streik läuft an, die Streikposten sind besetzt."

    München: 100 Flüge ausgefallen

    In München beteiligte sich nach Angaben von Landesfachbereichsleiter Kai Winkler "fast die komplette Frühschicht und Teile der Nachtschicht" an dem Streik. Nur ganz wenige Kontrollstellen seien offen. In München fielen etwa hundert von tausend geplanten Flügen aus, dies betraf nach den Worten einer Flughafensprecherin vor allem den innerdeutschen Verkehr.

    Ausfälle und Verspätungen an allen bestreikten Flughäfen

    In Hamburg mussten 109 Starts und 91 Landungen annulliert werden. In Dresden fielen 27 von 46 geplanten Flügen aus, in Leipzig 28 von 50 Flügen. In Erfurt wurde zwar auch gestreikt - dort standen aber ohnehin keine Flüge an, weshalb es keine unmittelbaren Auswirkungen gab. An den ostdeutschen Flughäfen beteiligten sich Verdi zufolge mehr als hundert Mitarbeiter am Streik. In Hannover waren 26 geplante Starts und 14 Landungen gestrichen, in Bremen 18 Starts und dreizehn Landungen. Dazu kamen an den Flughäfen Verspätungen.

    Flughafen Frankfurt: Nur Umsteigen möglich

    Der Flughafenverband ADV rechnete in der Summe damit, dass etwa 220.000 Passagiere von den Streichungen und Verspätungen betroffen sein werden. In Frankfurt konnten Maschinen zwar landen und Passagiere umsteigen; am Flughafen der Main-Metropole konnte aber kein Passagier zusteigen.

    Bis 20.00 Uhr kein Reisebeginn am Frankfurter Flughafen

    "Die Sicherheitskontrollen außerhalb des Transitbereichs werden ab Betriebsbeginn bis etwa 20.00 Uhr nicht besetzt sein", hieß es auf der Internetseite des Flughafens. "Fluggäste, die ab Frankfurt reisen, werden so während der gesamten Streikdauer keine Möglichkeit haben, ihren Flug zu erreichen." Nach Angaben der Flughafensprecherin war es an den Terminals "sehr, sehr ruhig". Es seien aber trotz der Streiks einige wenige Passagiere gekommen.

    Lufthansa informiert im Internet über Flugstatus

    Ein Gegensteuern dürfte für die Münchner Flughafengesellschaft (FMG) nicht leicht sein. Leiharbeiter können, auch wenn sie speziell ausgebildet sind, laut Gesetz nicht als Streikbrecher eingesetzt werden. Eigene Kontrolleure für Notfälle hat die FMG nicht viele.

    Die Lufthansa informiert über den Status ihrer Flüge im Internet. Tickets sollen kostenlos umgebucht werden.

    Wer zahlt, wenn der Flieger ausfällt

    Findet der Flug statt oder nicht? Diese Frage sollte ein Reisender schon vorab klären. Wird der Flug gestrichen, kann der Kunde stornieren. Er bekommt sein Geld zurück. Experten empfehlen, sich entsprechende Informationen der Airline aus dem Internet auszudrucken, um später einen Beleg zu haben. Will ein Kunde fliegen, hat er Anspruch auf einen anderen Flug oder auf die Beförderung mit dem Zug. Die Fluggesellschaft muss sich darum kümmern, die Betroffenen so schnell wie möglich an den Zielort zu bringen. Weitere Infos hier.

    Darum geht es im Tarifkonflikt

    Im Tarifkonflikt fordert Verdi 20 Euro pro Stunde, und das einheitlich bei allen privaten Betreibern der Flugsicherheit. Die Arbeitgeber lehnen das als bei weitem zu hoch ab. Mit dem Ausmaß der Streiks überspanne die Gewerkschaft den Bogen, heißt es vom Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen.

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    • BR24 Redaktion
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