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Waldbrände in Südamerika: Bolsonaro unter Druck | BR24

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Der Druck auf Brasiliens Präsident Bolsonaru wird größer - und zeigt Wirkung. Um die riesigen Waldbrände im Amazonasgebiet zu bekämpfen, setzt er jetzt das Militär ein. Die Soldaten löschen und die Bauern an der Brandrodung hindern.

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Waldbrände in Südamerika: Bolsonaro unter Druck

Die grüne Lunge der Welt steht in Flammen: An hunderten Stellen brennt der brasilianische Regenwald. Präsident Jair Bolsonaro wird vorgeworfen, dafür einen Teil der Verantwortung zu tragen.

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Angesichts der Waldbrände im brasilianischen Amazonasgebiet formiert sich Widerstand in der Bevölkerung: Widerstand gegen den Präsidenten des Landes, Jair Bolsonaro - zum Beispiel vom Häuptling der Kayapó, Raoni Metuktire:

"Ich wende mich an euch alle, in der ganzen Welt, hört mir gut zu. Alle müssen nun handeln, wir müssen Bolsonaro die Macht nehmen. Wir brauchen jemanden mit einem sauberen und ruhigen Gewissen, der uns nicht alle in Probleme bringt." Raoni Metuktire, Häuptling der Kayapó

Das Kayapó-Oberhaupt war zu Gast in Deutschland. Nun reist er zurück in seine Heimat. Dorthin, wo seit Januar über 78.000 Brände im Wald festgestellt wurden, das sind die aktuellen Zahlen des Weltrauminstituts Inpe. So dramatisch war die Situation seit Jahren nicht.

Feuer mit weltweiten Auswirkungen

Das beschäftigt mittlerweile auch die internationale Politik. Der Amazonas steht auf der Agenda des G7-Gipfels in Biarritz, wegen der Waldbrände steht auch das EU-Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten, denen Brasilien angehört, zur Diskussion.

"Waldbrände gibt es auf der ganzen Welt. Das kann nicht als Vorwand für mögliche internationale Sanktionen dienen." Jair Bolsonaro, brasilianischer Präsident in einer TV-Ansprache

Bolsonaro will nun doch besser löschen

Bolsonaro bedankte sich zwar für die Anteilnahme, nicht aber ohne erneut gegen seine Kritiker zu schießen. Mehrere Industrieländer hätten "ihre Verpflichtungen aus dem Pariser Klimaabkommen nicht erfüllt". Doch der internationale Druck zeigt anscheinend Wirkung. Bolsonaro kündigte an, das Militär in die betroffenen Gebiete schicken, um die lokalen Einsatzkräfte beim Kampf gegen die Feuer zu unterstützen. Außerdem versprach er ein härteres Vorgehen gegen illegale Abholzung und Brandstiftung in der Region.

Für viele in Brasilien sind solche Ankündigungen nur Rhetorik – wie in anderen Städten weltweit gingen am Freitag auch in Brasilien Tausende auf die Straße, um gegen Bolsonaros Amazonas-Politik zu protestieren.

"Er kann die langfristigen Folgen seines Verhaltens gar nicht sehen. Er denkt nur an sich selbst und an den Profit. Und das alles passiert vor unsere Augen. Aber wir verschließen die Augen und tun so, als ob wir nichts sehen." Michelle Barbos Studentin

Waldbrände sind ein starker Faktor für den Klimawandel

Die Folgen der schweren Waldbrände sind noch gar nicht abzusehen, denn es brennt nicht nur am Amazonas und nicht nur in Brasilien sondern in ganz Südamerika, allein in Bolivien sind nach offiziellen Angaben in nur einer Woche eine halbe Million Hektar Wald verbrannt. Ein Desaster, sagt Martin Frick vom Klimasekretariat der Vereinten Nationen. Er war zur lateinamerikanischen Klimawoche nach Salvador da Bahia gekommen.

"Waldbrände sind eine Katastrophe fürs Klima. Sie setzen hunderttausende Tonnen CO2 in die Atmosphäre frei. Aber auch kurzfristig setzen sie große Mengen Ruß und Rauch in die Atmosphäre ab. Das ist eine große Gefahr für die Gesundheit der Menschen in nahe gelegenen Gebieten und ein starker Faktor für den Klimawandel." Martin Frick, Klimasekretariat der UN