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Brasilien will über Verwendung von Hilfsgeldern entscheiden | BR24

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Brasilien will selbst über Verwendung von Hilfsgeldern entscheiden

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Brasilien will über Verwendung von Hilfsgeldern entscheiden

Die brasilianische Regierung will selbst über die Verwendung der von den G7-Staaten zugesagten Hilfsgelder für den Kampf gegen die verheerenden Waldbrände im Amazonasgebiet entscheiden. Das sagte Umweltminister Ricardo Salles in São Paulo.

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Die brasilianische Regierung will selbst über die Verwendung der von den G7-Staaten zugesagten Hilfsgelder für den Kampf gegen die verheerenden Waldbrände im Amazonasgebiet entscheiden. "Das brasilianische Volk und die brasilianische Regierung entscheiden, wie die Mittel eingesetzt werden", sagte Umweltminister Ricardo Salles in São Paulo. "Auf jeden Fall ist Hilfe immer willkommen."

20 Millionen US-Dollar Soforthilfe für den Regenwald

Zuvor hatten die Industriestaaten beim G7-Gipfel in Biarritz eine Soforthilfe von 20 Millionen US-Dollar (rund 17,9 Millionen Euro) für den Kampf gegen die Feuer im Regenwald zugesagt. Die Mittel sind vor allem für die Bereitstellung von Löschflugzeugen bestimmt. Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hatte die Brände kurzfristig auf die Agenda des Treffens gesetzt.

Bolsonaro über Einmischung empört

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hatte sich darüber empört, dass die G7-Staaten sich in die inneren Angelegenheiten Brasiliens einmischten. "Wir können nicht hinnehmen, dass Präsident Macron unangebrachte Angriffe auf das Amazonasgebiet fährt und seine Absichten hinter einer "Allianz" der G7-Staaten zur "Rettung" des Amazonasgebiets versteckt, als ob wir eine Kolonie oder Niemandsland wären", schrieb der Staatschef auf Twitter. Bolsonaros Kabinettschef Onyx Lorenzoni erklärte: "Aber vielleicht wäre es wichtiger, mit den Mitteln Europa wieder aufzuforsten."

Macron: Amazonasgebiet ist "Gemeingut"

Macron bezeichnete das Amazonasgebiet in Biarritz als "Gemeingut" und beschwor die Verantwortung der internationalen Gemeinschaft für die Region. Weil der Amazonasregenwald große Mengen an CO2 binden kann, ist er für das globale Klima von entscheidender Bedeutung. An die Adresse von Bolsonaro sagte Macron: "Wir können Ihnen bei der Aufforstung helfen. Wir können Wege für eure wirtschaftliche Entwicklung finden, die natürliche Balance achtet. Aber wir können nicht zulassen, dass Sie alles zerstören."

80.000 Waldbrände in Brasilien

In Brasilien wüten die schwersten Waldbrände seit Jahren. Seit Januar stieg die Zahl der Feuer und Brandrodungen im größten Land Südamerikas im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nach den jüngsten Angaben der brasilianischen Weltraumagentur INPE um 78 Prozent auf mehr als 80.000 Brände. Betroffen waren meist Flächen in Privatbesitz, aber auch in Naturschutzgebieten und Ländereien der indigenen Bevölkerung brechen immer wieder Feuer aus.

Koordinierte Aktion? Ermittlungen nach Waldbränden

Umweltschützer und indigene Gruppen werfen Brasiliens rechtem Präsidenten Bolsonaro vor, ein Klima geschaffen zu haben, in dem sich Farmer, Holzfäller und Goldgräber zu immer weiteren Rodungen ermutigt fühlen. So sollen Medienberichten zufolge Bauern im Bundesstaat Pará sich zu einem "Tag des Feuers" verabredet und große Waldflächen in Brand gesteckt haben. "Es besteht der Verdacht auf eine orchestrierte Aktion. Es gibt den Verdacht, dass das von langer Hand geplant wurde", sagte Generalstaatsanwältin Raquel Dodge. Sie leitete strafrechtliche Ermittlungen gegen die mutmaßlichen Brandstifter ein.

Der örtliche Bauernverband stritt eine koordinierte Brandrodung in der Region unterdessen ab. "Wenn es so etwas gegeben hat, war es ein Einzelfall. Wir wissen nichts von einer orchestrierten Aktion", sagte der Präsident des Verbands in Novo Progresso, Agamenon da Silva Menezes, der Nachrichtenagentur Agência Brasil. "Niemand will Brände, die außer Kontrolle geraten könnten. Das schadet allen."

Rodung des Regenwaldes am Amazonas schreitet schnell voran

In den 1970er Jahren begannen die Menschen, großflächig die Axt an die Amazonas-Wälder zu legen. Bis etwa zur Jahrtausendwende ging die Rodung immer schneller voran. Allein 2004 wurden in Brasilien 28.000 Quadratkilometer Wald gerodet. Danach wurde die Entwaldung stark gebremst, bevor sie 2014 wieder zunahm. Die Höchstwerte aus dem vorangegangenen Jahrzehnt wurden aber nicht wieder erreicht. Für 2018 maß das brasilianische Weltraumforschungsinstitut INPE eine Waldrodung von 7.500 Quadratkilometern.

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20 Millionen US-Dollar Soforthilfe hatten die G7-Staaten im Kampf gegen die Waldbrände zugesagt - sie sind vor allem für die Bereitstellung von Löschflugzeugen bestimmt. Brasilien will selbst entscheiden, was damit passiert.