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Ein Laubbaumblatt.

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    Wald als CO2-Speicher soll sich lohnen

    Waldbesitzer fordern seit längerem, dass sich der Wald als aktiver Klimaschützer auch finanziell lohnen sollte. Konkret: Geld für jeden Hektar, auf dem Bäume und Boden CO2 speichern. Bundeswaldministerin Julia Klöckner hat Pläne dazu vorgestellt.

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    Von
    • Birgit Schmeitzner

    Ein Drittel der Gesamtfläche Deutschlands ist mit Wald bedeckt. Das sind 11,4 Millionen Hektar, auf denen rund 90 Milliarden Bäume wachsen. Bundeswaldministerin Julia Klöckner (CDU) spricht von einem "gigantischen Kohlenstoff-Vorrat, der dort gespeichert wird".

    Konkret: jedes Jahr 58 Millionen Tonnen an CO2-Äquivalenten (also Kohlendioxid und andere Treibhausgase wie Methan oder Distickstoffoxid) – das ist laut Klöckner genauso viel, wie alle Nutzfahrzeuge freisetzen. Das ist gut für die deutsche CO2-Bilanz und diese Leistung soll honoriert werden.

    Neue Bundesinitiative "Klimaschützer Wald"

    Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat einen Referenten-Entwurf erarbeitet, der sich "Klimaschützer Wald" nennt. Diese Bundesinitiative zielt darauf ab, die Klimaschutzleistung zu fördern.

    Zum einen soll es Geld geben für die Waldbesitzer, die ihre Flächen nachhaltig umbauen - indem sie Bäume pflanzen, die besser mit dem Klimawandel zurechtkommen. Zum anderen ist aber auch ein finanzieller Anreiz geplant, um mit dem Baustoff Holz langlebige Produkte herzustellen.

    Voraussetzung in beiden Fällen sollen Zertifizierungen sein. Laut Klöckner gibt es noch einige offene Fragen, etwa wie das zum EU-Beihilferecht passt. Die Gespräche mit der EU-Kommission seien aber auf einem guten Weg, "Verzagtheit hat sich noch nie ausgezahlt".

    Klöckner: Hilfsgelder werden gut abgerufen

    Neben dem Blick in die Zukunft zog Klöckner beim zweiten Nationalen Waldgipfel auch Bilanz zu den bisherigen Hilfen für Waldbesitzer. Insgesamt 1,5 Milliarden Euro stehen über verschiedene Fördertöpfe zur Verfügung.

    Über das ökologische Waldumbauprogramm von Bund und Ländern wurden bisher rund 220 Millionen Euro ausgezahlt, etwa ein Viertel der bereitstehenden Summe. Damit wurde das Räumen von Schadholz bezahlt, Wiederaufforstung, Brandschutzmaßnahmen.

    Aus dem Corona-Konjunkturpaket des Bundes sind bis Ende Mai 240 Millionen Euro ausgezahlt worden, 116.000 Anträge wurden gestellt. Klöckners Fazit: "Unsere Waldhilfen schlagen Wurzeln."

    Gedanken-Austausch mit Waldbesitzern

    Zugeschaltet beim Waldgipfel mit der Bundeswaldministerin war unter anderem Angelika Morgenroth, die der ältesten Waldbesitzervereinigung Bayerns vorsteht – der WBV Bamberg.

    Morgenroth berichtete von Erfolgen in ihrem Wald. Sie habe im Jahr 2003 angesichts der ersten Borkenkäfer-Schäden damit begonnen, den alten Fichtenwald alle paar Jahre zu durchforsten und Schritt für Schritt durch Mischwald zu ersetzen. Sie sei stolz auf den "Zukunftswald", der dadurch entstanden sei, mit vielen verschiedenen Baumarten und Insekten.

    Es lohne sich, dem Klimawandel so etwas entgegenzusetzen. Die Politik jedoch, mahnte Morgenroth, müsse auch Planungssicherheit geben.

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