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Der indonesische Präsident Joko Widodo gilt auch bei den aktuellen Wahlen wieder als Favorit.
© dpa/ Christian Charisius
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Der indonesische Präsident Joko Widodo gilt auch bei den aktuellen Wahlen wieder als Favorit.

Es war ein Wahlkampf mit harten Bandagen - es ging um den Anspruch auf den rechten Glauben. Präsident Yoko Widodo spreche das Hocharabisch des Koran falsch aus, auf dieser Ebene bewegten sich die Vorwürfe.

Sein Herausforderer ist ein Ex-General des früheren Diktators Suharto. Prabowo Subianto lässt sich von den Radikalen unterstützen, die eine landesweite Einführung der Scharia einfordern. Die Scharia ist das islamische Recht, nach dem Ehebrecher gesteinigt werden und Dieben die Hand abgehackt wird. "Den Islam zu verteidigen, das ist, was am meisten zählt. Denn ich habe Ungerechtigkeit und Blasphemie gegen die Religion gesehen und das tut meinem Herzen wirklich weh. Das werde ich ändern. Ich will das Amt des Präsidenten ändern", sagte Subianto.

Wirtschaftskraft in Indonesien schwächelt

Präsident Widodo hat das Thema Religion hingegen lange gemieden. Zwar sei er ein gläubiger Muslim, doch Glaube sei Privatsache, sagte er. Widodo - in Indonesien zumeist "Jokowi" genannt - hat das Land stärker gemacht und Investoren ins Land geholt. Sein Versprechen, zehn Millionen Arbeitsplätze zu schaffen, hat er jedoch nicht halten können. Ebenso wenig ein Wachstum von sieben Prozent. Parallel dazu geht die indonesische Rupiah in den Keller, was natürlich vor allem die Armen zu spüren bekommen. Dementsprechend versprach "Jokowi" im Wahlkampf:

"Wir werden dafür sorgen, dass Indonesiens Wirtschaft in den nächsten fünf Jahren stärker wird: Für die Bauern, die Fischer, die Lehrer, die Arbeiter, Ärzte, Soldaten, Künstler, die Jungen, die Klein- und Kleinstunternehmer wird das Leben in fünf Jahren besser sein, als heute." Joko Widodo

Islam war wichtiges Wahlkampfthema

Der Islam aber war das beherrschende Thema. Und "Jokowi", der einst als Obama Südostasiens bezeichnet wurde, hat sich als Vize einen führenden Imam gewählt, der Homosexualität unter Strafe stellen will. Ein Zugeständnis vor allem an die konservative Landbevölkerung.

In keinem anderen Land der Welt leben so viele Muslime, aber das Land ist keine "islamische Republik". Laut Verfassung sind fünf Religionen (darunter auch Christen) gleichberechtigt. "Einheit in Vielfalt" lautet das Landesmotto. Das Land galt als Musterbeispiel für einen toleranten Islam.