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Kurz gewinnt - FPÖ stürzt ab | BR24

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Österreich hat an diesem Sonntag ein neues Parlament gewählt. Bei der Nationalratswahl gibt es einen klaren Gewinner: Sebastian Kurz und seine ÖVP. Auch die Grünen legen kräftig zu. Klare Verlierer sind dagegen die SPÖ und die FPÖ.

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Kurz gewinnt - FPÖ stürzt ab

Die ÖVP geht - wie erwartet - als stärkste Kraft aus der Nationalratswahl hervor. Nach der aktuellen ORF-Hochrechnung kann sie 37,1 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen. Die FPÖ stürzt ab und bereitet sich auf die Oppositionsrolle vor.

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Die ÖVP hat von der Ibiza-Affäre des einstigen Koalitionspartners FPÖ im Mai deutlich profitiert: 37,1 Prozent der österreichischen Wähler (2017: 31,4%) haben der ÖVP unter Ex-Kanzler Sebastian Kurz ihre Stimme gegeben - trotz diverser Wahlkampfpannen. Das ist das Ergebnis nach Auszählung aller Urnenstimmen inklusive einer Hochrechnung der Briefwahl.

Mit diesem deutlichen Vorsprung kann die ÖVP, wie erwartet, als stärkste Kraft ins Parlament einziehen und auch den Bundeskanzler stellen.

FPÖ: Keine Koalitionsverhandlungen

Unklar ist allerdings noch, für welche Koalition die ÖVP sich entscheidet. Im Vorfeld hatte Sebastian Kurz keine Koalition ausgeschlossen - auch nicht mit der umstrittenen rechtspopulistischen FPÖ. Die kommt nach der aktuellen Hochrechnung auf 16,1 Prozent der Stimmen (2017: 25,9%). In einer ersten Stellungnahme stellte FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky ob der Wahlschlappe Koalitionsverhandlungen in Frage:

"Wir interpretieren das nicht als unser Ziel, hier in Regierungsverhandlungen eintreten zu wollen. Dafür hat uns der Wähler nicht stark gemacht." Harald Vilimsky, FPÖ-Generalsekretär

Auch der FPÖ- Vorsitzende Norbert Hofer sprach davon, dass sich seine Partei auf die die Opposition vorbereite.

SPÖ oder Grüne ebenfalls denkbare Koalitionspartner

Denkbar wäre rein rechnerisch auch eine Koalition mit der SPÖ, die sich 21,7 Prozent der Stimmen sichern konnte (2017: 26.8%).

Ebenfalls möglich ist derzeit Schwarz-Grün: Die Grünen können nach der aktuellen Prognose mit 14,0 Prozent wieder ins Parlament einziehen (2017: 3,8%).

"Es war ein Sunday for Future." Werner Kogler, Österreichs Grünen-Chef

Die Grünen seien gesprächsbereit, aber wirkliche Koalitionsverhandlungen ergäben nur Sinn, wenn sich die ÖVP bei den Themen Korruptionsbekämpfung, Kinderarmut und Klimaschutz bewege, so Kogler.

Damit zeichnen sich schwierige Sondierungen ab, egal mit wem es Kurz versuchen will. in einer ersten Stellungnahme im ORF kündigte er an, auf alle Parteien zuzugehen.

"Ich werden mir jeden Schritt sehr gut überlegen." Sebastian Kurz (ÖVP)

Auch die NEOS schaffen es mit 7,8 Prozent ins Parlament (2017: 5,3%).

Derzeitige Sitzverteilung

Die Sitzverteilung wäre im Moment folgende: ÖVP: 71 Sitze, SPÖ: 41 Sitze, FPÖ: 30 Sitze, Grüne: 26 Sitze und NEOS: 15 Sitze.

Schlechtestes Ergebnis für die SPÖ

Für die österreichischen Sozialdemokraten bedeutet der heutige Tag eine historische Niederlage. Es ist das schlechteste Ergebnis der SPÖ aller Zeiten. Das größte Plus bei der heutigen Wahl haben die Grünen eingefahren: Sie konnten mit gut 10 Prozentpunkten am meisten zulegen.

Wann gibt es die Endergebnisse der Wahl in Österreich?

Das vorläufige amtliche Endergebnis aus den Wahlurnen weicht von der oben genannten Hochrechnung ab: ÖVP: 38,4 %, SPÖ: 21,5%, FPÖ: 17,3%, Grüne: 12.4% und NEOS 7,4%. Diese Zahlen berücksichtigen allerdings noch nicht die Stimmen der mehr als einer Million Briefwähler, die ab morgen ausgezählt werden. Die oben wiedergegebene Hochrechnung gilt als realistischer.

Das offizielle amtliche Endergebnis wird am 16. Oktober bekannt gegeben. Die Wahlbeteiligung betrug laut Hochrechnung 75,5 Prozent. Wahlberechtigt waren 6,4 Millionen Österreicher ab 16 Jahren.

Derzeit Übergangsregierung im Amt

Seit Juni ist in Österreich eine Übergangsregierung im Amt. Die Koalition zwischen Kurz und der FPÖ war nach Veröffentlichung des Ibiza-Videos zerbrochen. Darin hatte der frühere FPÖ-Chef und Vizekanzler Heinz-Christian Strache einer angeblichen russische Investorin Staatsaufträge in Aussicht gestellt. Dies führte schließlich zum Koalitionsbruch.

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Laut vorläufigem Endergebnis hat die ÖVP mit Ex-Kanzler Kurz die Nationalratswahl in Österreich gewonnen. Die FPÖ rutscht ab, die Grünen jubeln und die SPÖ ist enttäuscht.