BR24 Logo
BR24 Logo
Deutschland & Welt

Wahl in Griechenland: Mitsotakis will "Ärmel hochkrempeln" | BR24

© BR

In Griechenland kann der neue konservative Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis alleine regieren. Mit 158 Sitzen hat seine Partei Nea Dimokratia die absolute Mehrheit in dem 300 Sitze umfassenden Parlament.

6
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten
  • Artikel mit Video-Inhalten

Wahl in Griechenland: Mitsotakis will "Ärmel hochkrempeln"

Die konservative Nea Dimokratia hat die Parlamentswahl gewonnen. Der künftige Regierungschef Kyriakos Mitsotakis verspricht, anzupacken. Premier Alexis Tsipras gestand seine Niederlage ein.

6
Per Mail sharen
Teilen

Es ist ein deutlicher Wahlsieg für die konservative Partei Nea Dimokratia – mit knapp 40 Prozent der Stimmen kann sie nach Auszählung fast aller Stimmen mit absoluter Mehrheit regieren. Sie braucht keinen Koalitionspartner, denn laut Verfassung bekommt die siegreiche Partei 50 zusätzliche Parlamentssitze als Bonus, um eine stabile Regierung bilden zu können.

Der künftige Regierungschef Kyriakos Mitsotakis hatte sich auf genau diesen Sieg seiner konservativen Partei eingestellt. Er sei bereit, jetzt die Ärmel hochzukrempeln. "Ich kenne die Schwierigkeiten, die auf mich und meine Mitarbeiter zukommen", sagte er. "Es war ein starker Wille des Volkes, der an der Wahlurne angekommen ist."

Mehr Wirtschaftswachstum in Griechenland versprochen

Mitsotakis hatte im Wahlkampf immer wieder von einem Kuchen gesprochen, der nun für alle Griechen größer werden solle. Damit meinte er vor allem mehr Wirtschaftswachstum, das auch durch ausländische Investoren bereits in den kommenden Monaten zu erreichen sei.

Für die bislang regierende Syriza-Partei, die laut Hochrechnung auf nur noch 31.6 Prozent der Stimmen kommt, ist es der Abend der Niederlage. Sie verliert den Regierungsauftrag. Allerdings hat sie nicht ganz so viele Stimmen verloren, wie die Meinungsforscher vorausgesagt hatten.

Bei der Wahl 2015 war Syriza auf rund fünf Prozentpunkte mehr als bei der heutigen Wahl gekommen - und konnte 2015 durch die Koalition mit den Rechtspopulisten die Regierung übernehmen.

Tsipras räumt Niederlage ein

Der abgewählte Regierungschef Alexis Tsipras räumte die Niederlage der Syriza-Partei im Athener Wahlzentrum ein: "Das Volk hat entschieden und wir respektieren die Stimme des Volkes", sagte er. "Ich habe vorhin mit Herrn Mitsotakis gesprochen, um ihn zu seinem Wahlsieg zu gratulieren."

Zum Wahlerfolg der Nea Dimokratia haben auch Erstwähler wie die 17-jährige Maria Tsafou beigetragen. Sie durfte erstmals wählen. "Für junge Menschen ist es entscheidend, die zu wählen, denen sie vertrauen können. Und nicht, was ihre Familien ihnen empfehlen", sagte sie. "Ich glaube, wir haben von sehr vielen Parteien Schlechtes erfahren - aber es gibt weiter Chancen und einen Wechsel."

Warum auch viele ehemalige Syriza-Wähler der bisherigen Regierungspartei den Rücken gekehrt haben, erklären Wähler wie der 41-jährige Ioannis, der während der Syriza-Regierungszeit seine Arbeit und seine Wohnung verloren hat. "Es ist nicht nur, dass du kein Geld hast oder keine Arbeit", sagt er. "Du fühlst dich auch von Tag zu Tag mehr abgetrennt von den Möglichkeiten, die andere haben."

Varoufakis hat es geschafft

Über die Dreiprozenthürde hat es der ehemalige Finanzminister Yanis Varoufakis mit seinem Bündnis Diem 25 geschafft. Er wird vermutlich als Abgeordneter ins neue griechische Parlament einziehen.

Kinal, die Nachfolgepartei der früheren sozialdemokratischen Pasok, hat bei der heutigen Parlamentswahl acht Prozent der Stimmen erhalten. Für die große Mehrheit der Griechen ist das schlechte Abschneiden der rechtsextremen Goldenen Morgenröte eine gute Nachricht an diesem Wahlabend. Sie kann nach Auszählung fast aller Stimmen nicht wieder ins griechische Parlament einziehen.

© BR

Die konservative Nea Dimokratia hat die Parlamentswahl gewonnen. Der künftige Regierungschef Kyriakos Mitsotakis verspricht, anzupacken. Premier Alexis Tsipras gestand seine Niederlage ein.