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Wahl des Tory-Parteichefs: Johnson liegt klar vorn | BR24

© dpa-Bildfunk

Boris Johnson, ehemaliger Außenminister von Großbritannien, am Donnerstag beim Verlassen seines Hauses in London.

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Wahl des Tory-Parteichefs: Johnson liegt klar vorn

Es wird noch dauern, bis der neue Chef der Tories feststeht, doch nach dem ersten Wahlgang kann einer selbstbewusst auf das weitere Rennen schauen: Boris Johnson erhielt mehr als ein Drittel der Stimmen.

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Bei der ersten Abstimmung der Tories über ihren neuen Parteichef ist der Ex-Außenminister und frühere Londoner Bürgermeister Boris Johnson als klarer Favorit bestätigt worden.

313 Abgeordnete konnten ihre Stimme in einer geheimen Wahl ihrem Favoriten geben – auf Johnson kamen schließlich 114 Stimmen. Neben Johnson verbleiben sieben weitere Kandidaten im Rennen um den Parteivorsitz.

Insgesamt noch acht Kandidaten im Rennen

Hinter Johnson folgte der amtierende Außenminister Jeremy Hunt, allerdings weit abgeschlagen mit 43 Stimmen. Eine Runde weiter sind auch Innenminister Sajid Javid, Umweltminister Michael Gove, Ex-Brexitminister Dominic Raab und Gesundheitsminister Matt Hancock. Auch Entwicklungshilfeminister Rory Stewart schaffte es in die zweite Runde.

Drei Bewerber müssen ihre Hoffnung aufgeben, die Nachfolge der zurückgetretenen Theresa May antreten zu können: Ex-Arbeitsministerin Esther McVey, Mark Harper und die ehemalige Ministerin für Parlamentsfragen, Andrea Leadsom. Sie erhielten nicht die erforderlichen 17 Stimmen, die nötig waren, um auch beim zweiten Wahlgang unter den Tory-Abgeordneten im britischen Unterhaus in der kommenden Woche antreten zu können.

Am Ende entscheidet die Stichwahl

Die Wahl des neuen Parteichefs und mutmaßlich somit auch neuen Premierministers verläuft in mehreren Schritten: Im Unterhaus stimmen die Abgeordneten so lange ab, bis nur noch zwei Kandidaten übrig sind.

Das nächste Votum steht am Montag an, dann müssen die potenziellen Parteichefs mindestens 33 Stimmen für sich verbuchen können. Bis Ende der kommenden Woche soll der Kreis der Kandidaten auf zwei reduziert werden. Zwischen diesen beiden entscheiden dann die rund 160.000 Tory-Mitglieder landesweit. Bis Ende Juli soll Mays Nachfolge feststehen.

Johnson klarer Brexit-Hardliner

Johnson war von Anfang an als klarer Favorit in den Kampf um den Chefposten der Tories gestartet. Umfragen sagen voraus, dass er der einzige Konservative ist, der Labour-Oppositionschef Jeremy Corbyn schlagen kann, wenn es zu einer Neuwahl des Unterhauses kommen sollte.

Johnson will den Brexit auf keinen Fall noch einmal verschieben – spätestens am 31. Oktober soll das Land aus der EU austreten. Das verspricht er den Konservativen. Er wolle ein Abkommen, aber ein anderes, als das, was Theresa May in Brüssel ausgehandelt hat. Mit der Drohung eines Austritts ohne Abkommen Ende Oktober will er die bisher nicht zu Nachverhandlungen bereite EU zu Konzessionen zwingen.