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Ein Toter bei Stromboli-Ausbruch | BR24

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Ohne Vorwarnung ist der Stromboli-Vulkan in Italien ausgebrochen. Auf der gleichnamigen Ferieninsel regnete es bei zwei Explosionen glühende Lava vom Himmel. Jetzt kämpft Stromboli mit den Folgen.

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Ein Toter bei Stromboli-Ausbruch

Ohne Vorwarnung ist der Stromboli ausgebrochen, auf der beliebten Ferieninsel regnete es nach zwei Explosionen glühende Lava vom Himmel. Ein Wanderer verlor dabei sein Leben.

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Ein großer Ausbruch des italienischen Vulkans Stromboli auf der gleichnamigen Insel hat Einwohner und Touristen in Angst versetzt. Es ereigneten sich zwei heftige Explosionen. Auf Fotos waren riesige Aschewolken und Rauch zu sehen.

Mindestens ein Mensch kam ums Leben. Ein Ausflügler sei gestorben, als er mit einem Bekannten auf einem Pfad an dem Vulkan unterwegs war, sagte der Bürgermeister der Gemeinde Lipari, Marco Giorgianni. Laut der Nachrichtenagentur AGI handelt es sich bei dem Verstorbenen um einen 35-jährigen Sizilianer. Sein brasilianischer Begleiter sei dehydriert aufgefunden worden, er habe unter Schock gestanden. Die beiden Wanderer waren demnach unterhalb von 400 Metern unterwegs - erst oberhalb dieser Grenze wird ein Wanderführer empfohlen. Die Rettungskräfte sprachen von mehreren Verletzten.

Die Menschen seien in großer Angst gewesen, sagte der Feuerwehrkommandant Giuseppe Biffarella laut der Nachrichtenagentur Ansa. Medien berichteten, Menschen hätten ihre Häuser verlassen oder sich darin verbarrikadiert. Touristen seien aus Angst ins Meer gesprungen.

Brände auf der Insel

Dem Institut für Geophysik und Vulkanologie zufolge hatten sich die zwei Explosionen gegen 17 Uhr auf der Südseite des Kraters ereignet. Eine der beiden sei die bislang stärkste Explosion seit Beginn der Aufzeichnungen gewesen. Zuvor sei aus "allen aktiven Mündungen der Krater-Terrasse" Lava ausgetreten.

Eine zwei Kilometer hohe Rauchwolke stieg in den Himmel, rund um das Dorf Ginostra brach Feuer aus. Medien zufolge konnte ein Löschflugzeug die Brände auf der Insel wegen des starken Rauchs nicht bekämpfen. Ein Schiff sei auf die Insel geschickt worden, um die Menschen im Notfall in Sicherheit bringen zu können. "Es war, als wäre man in der Hölle, weil Feuerregen vom Himmel fiel", zitierten italienische Nachrichtenagenturen den örtlichen Priester Giovanni Longo.

Der Stromboli gehört zu den aktivsten Vulkanen in Italien und bildet eine kleine Insel. Nur etwa 500 Menschen wohnen dort permanent, jedoch kommen im Sommer sehr viele Touristen. Eine Hotelmanagerin auf Stromboli berichtete der Deutschen Presse-Agentur von viel Rauch und Lavaströmen, es sei jedoch keine Panik ausgebrochen.

Großer Ausbruch im Dezember 2002

Der gut 900 Meter hohe Stromboli liegt rund 100 Kilometer nördlich der sizilianischen Küste. Er darf nur mit Führer bestiegen werden. Seit mehr als 2000 Jahren gerät das Gestein unter dem Liparischen Archipel, zu dem Stromboli gehört, in regelmäßigen Abständen in Bewegung. Kleinere Eruptionen gibt es auf der süditalienischen Insel im Rhythmus von etwa zehn Minuten.

Bei einem großen Ausbruch am 29. Dezember 2002 rutschte ein zwei Millionen Kubikmeter großer Felshang vom Kegel des Hauptkraters ins Meer und löste eine bis zu zehn Meter hohe Flutwelle aus, die auch die Nachbarinseln Lipari und Panarea erfasste. Dabei wurden nur wenige Menschen verletzt. Die Behörden ließen Stromboli damals für mehr als zwei Monate evakuieren. Auch 2007 gab es einen großen Ausbruch.