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Vorwahl in New Hampshire: Bernie oder Buttigieg? | BR24

© dpa-Bildfunk

Biden, Sanders und Buttiegieg

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    Vorwahl in New Hampshire: Bernie oder Buttigieg?

    Im US-Bundesstaat New Hampshire finden heute die zweiten Präsidentschafts-Vorwahlen statt. Nach dem Chaos von Iowa rechnen sich besonders der linke Senator Sanders und der Ex-Bürgermeister Buttigieg gute Chancen aus.

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    Schneeflocken rieseln vom Himmel, es ist eiskalt. Die Schlange vor der Highschool in Salem, New Hampshire, windet sich einmal um die Ecke. Mit Kapuzen über den Köpfen harren die Menschen geduldig aus, um ihn zu sehen: Pete Buttigieg, 38-jähriger Newcomer aus dem Mittleren Westen und verheißungsvoller Präsidentschaftskandidat der Demokraten.

    "Mich beeindruckt seine Intelligenz, sein Respekt, seine Fähigkeit, die Leute einzubeziehen." So sagt es Susan. Sie und ihre Freundin Andrea kommen aus dem Städtchen Atkinson in New Hampshire. "Ich mag, dass Peter so moderat ist, und, dass er ein Kriegsveteran ist, was unser gegenwärtiger Präsident ja vermieden hat. Mir gefällt, dass seine Homosexualität kein Thema mehr ist."

    Vorwahlen mit traditionell großer Signalwirkung

    Als Pete Buttigieg schließlich jungenhaft dynamisch auf die Bühne springt, jubeln seine Anhänger. Viele ältere Leute sind darunter, aber auch Eltern mit Kleinkindern auf der Schulter. Schwarze, Latinos oder Asiaten fehlen völlig. New Hampshire ist mit seinen 1,3 Mio Einwohnern ein sehr weißer Bundesstaat, dennoch haben die Vorwahlen traditionell große Signalwirkung. Wer hier gewinnt, hat gute Chancen, am Ende gut abzuschneiden.

    "Ich habe alle Kandidaten getroffen. Das ist das Tolle an New Hampshire. Man kann die Kandidaten zuhause treffen, ihre Hand schütteln und ihnen in die Augen schauen", erzählt Ernest aus Nashua. Er hat gerade eine Wahlkampfveranstaltung von Amy Klobuchar - Senatorin aus Minnesota - im Rotary Club von Nashua besucht. "Nachdem ich sie jetzt gehört habe, denke ich, dass Senatorin Klobuchar starke Argumente dafür gebracht hat, dass sie das Land vereinen kann."

    New Hampshire ist ein "Swing State"

    Ähnlich wie Pete Buttigieg und Joe Biden gilt auch Amy Klobuchar als Demokratin der Mitte. Bislang hat die 60-Jährige jedoch nur Außenseiterchancen. New Hampshire ist ein "Swing State", nur rund ein Viertel der Bürger sind Demokraten, gut ein Viertel sind Republikaner und fast die Hälfte sind sogenannte Independents, die am Ende den Ausschlag geben. Nach neusten Umfragen wird sich womöglich eine Mehrheit - wie auch schon 2016 - für den linken Senator Bernie Sanders entscheiden.

    Schlohweißes Haar, wild fuchtelnde Händen, Bernie Sanders progressive Leidenschaft kommt besonders bei den ganz jungen Wählern gut an.

    Er sei der einzige Kandidat der Trump besiegen könnte, sagt Richard aus Amherst. Er sei einfach authentisch. Für Deborah - eine der ganz wenigen Afro-Amerikanerinnen im Saal - ist Bernies Vorschlag zur Krankenversicherung für alle das schlagende Argument. "Meine Medikamente sind unheimlich teuer. Ich hatte eine Nierenoperation. Ganz ehrlich. Ich kämpfe. Ich lebe von der Hand in den Mund."

    Kopf-an-Kopf-Rennen

    Zurück zur Highschool in Salem und Pete Buttigieg. Seit seinem Überraschungssieg in Iowa liefern sich der jüngste und der älteste Kandidat Bernie Sanders ein erbittertes Kopf-an-Kopf-Rennen. Hauptsache, am Ende wird ein Demokrat zum Präsident gewählt, sagt der 31-jährige Ryan. "Bernie Sanders Botschaft ist vielleicht nicht so vereinend wie die von Pete Buttigieg. Aber ich hätte ihn definitiv lieber als Donald Trump. Ich hätte jeden lieber als Donald Trump."

    Dutzende Wahlkampfauftritte müssen Elizabeth Warren, Joe Biden und Co. in diesen Tagen absolvieren. Präsident Trump hatte nur einen Auftritt in New Hamphire. Ähnlich wie in Iowa muss er um seine Wiederwahl in New Hampshire nicht fürchten.