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Vorstoß im US-Markt: Müssen die Apotheken vor Amazon zittern? | BR24

© picture alliance/Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

Arzneimittel-Fach einer Apotheke

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    Vorstoß im US-Markt: Müssen die Apotheken vor Amazon zittern?

    Amazons Einstieg in den US-Arzneimittelmarkt sorgt für Unruhe in der Apotheken-Branche. Wird der Onlinehändler bald auch den deutschen Pillenmarkt aufmischen?

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    Was in den USA passiert, könnte bald auch in Deutschland bevorstehen. Der weltgrößte Onlinehändler Amazon wird zur Online-Apotheke. Über "Amazon Pharmacy" können Kunden künftig verschreibungspflichtige Medikamente online bestellen. Dabei bietet ihnen Amazon große Preistransparenz. Kunden wird im Warenkorb angezeigt, ob es billiger ist, mit der Versicherung abzurechnen und einen Eigenanteil zu zahlen oder ob sie die Arzneien selbst kaufen mit Rabatt. Prime-Abonnenten sollen bis zu 80 Prozent Preisabschläge erhalten.

    Die Ärzte leiten die Rezepte digital an Amazon weiter. Die klassischen Apotheken werden überflüssig. Kein Wunder, dass die großen US-Drogerie- und Apothekenketten CVS, Walgreens und Rite Aid nach dem Vorstoß von Amazon kräftig unter Druck gerieten. Die Aktien sackten deutlich ab. Der US-Markt für verschreibungspflichtige Medikamente hat ein gigantisches Volumen von 900 Milliarden Dollar.

    Wartesystem in den USA

    In den USA ist das System aber deutlich komplizierter als in Europa. Die amerikanischen Patienten gehen mit ihrem Rezept zur Apotheke und erhalten dort nicht gleich das Medikament. Sie müssen bisweilen Stunden warten, bis ein Apotheker die verschriebenenen Pillen oder Kapseln holt und in einen Behälter umfüllt.

    Um den Kunden das Leben zu erleichtern und das Warten zu ersparen, liefern Anbieter wie Pillpack die Medikamente nach Hause. 2018 schluckte Amazon Pillpack für knapp eine Milliarde Dollar. Damit bekam der Onlinehändler Zugang zum Apothekenmarkt. Pillpack besitzt Lizenzen für verschreibungspflichtige Medikamente.

    Dass Amazon bald auch den europäischen Apothekenmarkt anvisiert, ist nur noch eine Frage der Zeit. Vor kurzem hat der Online-Riese die Marke "Amazon Pharmacy" in der EU angemeldet. Pharmahandels-Experten wie Nils Seebach von der Digitalberatung Etribes rechnet mit dem Markteinstieg von Amazon in zwei bis vier Jahren.

    Die deutsche Apotheken-Branche sieht den Vorstoß von Amazon noch relativ gelassen. Sie verweist auf regulatorische Hindernisse. Die Marktentwicklungen der USA seien nicht ohne weiteres auf Deutschland übertragbar, da sich der Gesundheitssysteme stark unterscheiden, meint ein Sprecher des Apothekenverbands. "In Deutschland gilt ein Fremd- und Mehrbesitzverbot bei Apotheken. Kapitalgesellschaften dürfen keine Apotheken betreiben."

    Verlieren Online-Apotheken Marktanteile?

    Auch die Online-Apotheken wie Shop Apotheke oder die zu Doc-Morris-Mutter Zur Rose rechnen in absehbarer Zeit vorerst nicht mit Konkurrenz des "Big Tech"-Konzerns. Um in Deutschland oder Österreich durchzustarten, brauche Amazon eine Genehmigung, erklärten die Manager der Shop-Apotheke auf dem Eigenkapitalforum. Diese haben sie aber momentan nicht.

    Die Anleger sind da deutlich skeptischer. Die Aktien von Shop-Apotheke büßten nach dem Einstieg von Amazon in den US-Apothekenmarkt gut acht Prozent ein. Heute erholen sie sich wieder etwas. Die Shop-Apotheke gehört zu den Corona-Gewinnern. Der Umsatz schnellte von Juli bis Ende September um knapp 40 Prozent auf 239 Millionen Euro. Die Zahl der aktiven Kunden erhöhte sich um 1,4 Millionen auf 5,9 Millionen Ende September. "Das Wachstum bleibt auf unvermindert hohem Niveau", erklärte Vorstandschef Stefan Feltens.

    Bereits drei Mal in diesem Jahr hat die kleine Shop-Apotheke aus dem niederländischen Venlo ihre Ziele für 2020 angehoben. Das Unternehmen rechnet nun mit einem Umsatzplus von 35 Prozent statt der zuletzt prognostizierten 30 Prozent.

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