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Vorsicht, Medienmühle! "Klima-Greta" auf allen Kanälen | BR24

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Die junge schwedische Aktivistin Greta Thunberg ist im Nu zum Shootingstar avanciert

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Vorsicht, Medienmühle! "Klima-Greta" auf allen Kanälen

Die junge schwedische Aktivistin Greta Thunberg ist im Nu zum Shootingstar avanciert: Mit gerade mal 16 Jahren setzt sie sich für den Klimaschutz ein, inspiriert Schulstreiks dazu. Greta will eine bessere Welt - und alle Medien wollen jetzt Greta.

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Im Moment kommt die inzwischen 16-jährige Greta kaum noch zum Demonstrieren vor dem Schwedischen Reichstag. Dort, wo ihre Klimakampagne angefangenen hat im vergangenen Herbst. Ein Fast-Noch-Kind mit ernstem Gesicht hielt der erwachsenen, aber unverantwortlichen Welt den Spiegel vor: "Ihr Umweltsünder macht unsere Erde kaputt, unsere Zukunft!"

Egal, worum es geht - Greta soll dabei sein

Seither ist diese Greta Tintin Ernman Thunberg, Tochter eines Schauspielers und der bekannten Opernsängerin Malena Ernman, eine Heldin, sozusagen die beste aller Gutschweden. Und sie droht in der Medienmühle zerrieben zu werden. Selbst die große Sportgala im Fernsehen kam ohne sie nicht aus. Greta übergab den Preis für den "Anführer des Jahres" an Janne Andersson, den Trainer der Fußball-Nationalelf. Das hatte mit Klima nichts zu tun, aber irgendwie doch mit dem großen Ganzen und auch dazu hat Greta gute Gedanken:

"In umwälzenden und unsicheren Zeiten braucht man mutige Menschen, die sich trauen, unbequeme Entscheidungen zu treffen. Die wissen, wann man nach vorn und wann man zurück gehen muss. Die Gemeinschaft vor das eigene Ich stellen, die Zukunft vor die Gegenwart!" Greta Thunberg

Im Rampenlicht bleibt nichts unerforscht

Man vergisst dabei, dass Greta gesundheitliche Probleme hat. Dass sie im Alter von acht Jahren nur noch weinte, nicht mehr aus dem Haus ging und nichts mehr aß, weil sie in der Schule einen Film über Plastikmüll in den Meeren gesehen hatte. Später kam die Diagnose "Asperger Syndrom", eine Art Autismus. Und auch darüber musste sie öffentlich sprechen, in der Talkshow "Skavlan":

"Hätte ich kein Asperger und wäre ich nicht so merkwürdig, dann hätte ich mich wohl auch in dem sozialen Netzwerken verfangen, nach denen alle so verrückt zu sein scheinen. Ich sehe die Welt aber anders und glaube, dass ich sonst nicht in der Lage wäre, von außen auf das Problem zu gucken." Greta Thunberg

Greta hat ja Recht mit allem, was sie dazu sagt, zum Klimawandel - jedenfalls in den Augen sehr vieler, nicht nur junger Menschen. Aber Privatsphäre und Zeit nur für sich und für ihr Anderssein, die lässt man ihr kaum noch. Nicht, solange sie als Medienstar funktioniert.

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Weitere Information zur Verweildauer

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Die 16-Jährige hat mit einem emotionalen Appell Top-Manager und Spitzenpolitiker in Davos dazu aufgerufen, gegen den Klimawandel vorzugehen.

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BR24

Autor
  • Carsten Schmiester
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