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Die Rückseite eines mit Schnee bedeckten Kreuzes

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Vor Weihnachten: Sterbefälle ein Viertel über Durchschnitt

Ende 2020 sind in Deutschland deutlich mehr Menschen gestorben als im Durchschnitt der Vorjahre. Laut Statistischem Bundesamt lagen die Sterbefallzahlen vor Weihnachten um 24 Prozent über dem Durchschnitt. In Sachsen waren sie sogar doppelt so hoch.

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Von
  • Martin Jarde

Rund vier Wochen dauert es, bis dem Statistische Bundesamt in Wiesbaden die Daten zu den Todesfällen in Deutschland vorliegen. So veröffentlichte die Behörde heute die vorläufigen Zahlen zur 51. Kalenderwoche und somit vom 14. bis 20. Dezember 2020.

4.568 mehr Tote - davon 4.484 Covid-19-Todesfälle

Laut Statistik starben in der Woche vor Weihnachten mindestens 23.550 Menschen - 4.568 (24 Prozent) mehr als im Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019. Bereits in der Woche davor hatten die Sterbefallzahlen 25 Prozent über dem Schnitt gelegen.

"Die Zahl der Todesfälle von Personen, die zuvor laborbestätigt an Covid-19 erkrankt waren, steigt seit Anfang Oktober von Woche zu Woche an" berichteten die Statistiker am Freitag. In der 51. Kalenderwoche gab es insgesamt 4.484 beim Robert Koch-Institut (RKI) gemeldete Covid-19-Todesfälle.

Sterbefallzahlen in Sachsen im Schnitt mehr als verdoppelt

"Besonders auffällig ist die Entwicklung der Sterbefallzahlen weiterhin in Sachsen", stellten die Wiesbadener Statistiker fest. "Die Differenz zum Durchschnitt der vier Vorjahre nimmt dort seit Oktober von Woche zu Woche deutlich zu." In der 41. Kalenderwoche Anfang Oktober hatte die Zahl der Sterbefälle noch unter dem Durchschnitt gelegen. In der 51. Kalenderwoche hat sich die Zahl - bezogen auf den Durchschnittswert der vier Vorjahre für diese Woche - mehr als verdoppelt: um 109 Prozent beziehungsweise 1.226 Todesfälle.

Auch in Brandenburg (plus 41 Prozent), Hessen (plus 32 Prozent) und Thüringen (plus 36 Prozent) lag die Zahl der Sterbefälle weit über dem Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019.

Übersterblichkeit in Bayern im Jahr 2020 von 20 Prozent

Die endgültigen Zahlen für das Jahr 2020 liegen noch nicht vor. Man könne für Bayern aber eine Übersterblichkeit von circa 20 Prozent beobachten, sagte Statistiker Göran Kauermann von der LMU München der tz. Mit seinem Team hat er die Zahlen seit 2016 mit denen von 2020 verglichen.

Die errechnete Übersterblichkeit von 20 Prozent bezieht sich auf die gesamte Bevölkerung. Besonders die Generation über 80 sei betroffen. Eine Übersterblichkeit sei in der Alterskategorie zwischen 60 und 79 Jahren hingegen nicht zu beobachten, so Kauermann im Dezember gegenüber dem BR. "Und in der Alterskategorie 35-59 haben wir eine Untersterblichkeit."

Das könne zum Beispiel daran liegen, dass weniger Menschen im Straßenverkehr umgekommen sind. In den jüngeren Altersgruppen sei das allgemeine Sterberisiko durch Unfälle höher. Durch die einschränkenden Corona-Maßnahmen wurden diese Risiken zum Teil reduziert.

Frankreich verzeichnet 2020 neun Prozent mehr Sterbefälle

Frankreich hat im vergangenen Jahr neun Prozent mehr Sterbefälle verzeichnet als 2019. Wie das Statistikamt Insee am Freitag in Paris aufgrund vorläufiger Zahlen mitteilte, wurden insgesamt 667.400 Tote registriert, rund 53.900 mehr als 2019. Diese sogenannte Übersterblichkeit wird unter anderem auf die Corona-Pandemie zurückgeführt.

Regional gab es vor allem im Pariser Großraum und in der an Deutschland angrenzenden Region Grand Est mehr Sterbefälle. Österreich hatte bereits am Donnerstag eine Übersterblichkeit von fast elf Prozent gemeldet. Für Deutschland liegen derzeit noch keine Vergleichszahlen vor.

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