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Trump und Biden: So unterscheidet sich ihre Wirtschaftspolitik | BR24

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Die Wirtschaftslage in den USA war gut - dann kam Corona. Seitdem wird wieder gestritten, wie man das Land aus der Rezession holt. Trump setzt dabei auf Kohle, Stahl und Steuererleichterungen - Biden auf saubere Energie und höhere Mindestlöhne.

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Trump und Biden: So unterscheidet sich ihre Wirtschaftspolitik

Die Wirtschaftslage in den USA war gut - dann kam Corona. Seitdem wird wieder gestritten, wie man das Land aus der Rezession holt. Trump setzt dabei auf Kohle, Stahl und Steuererleichterungen. Biden setzt auf saubere Energie und höhere Mindestlöhne.

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"Die beste Wirtschaftslage in der Geschichte des Landes", sagte Präsident Donald Trump bei der State-of-the-Union-Ansprache im Februar. Da war noch nichts davon zu spüren, dass die Corona-Krise innerhalb von Tagen in eine tiefe Rezession führen würde. Vorher konnte Trump mit Recht sagen, dass so viele Amerikaner wie nie zuvor Arbeit hatten, dass Minderheiten Jobs fanden, dass die Löhne stiegen.

Trumps wichtigste Instrumente damals: drastisch Steuern senken, Handelsverträge wie NAFTA mit Kanada und Mexiko neu verhandeln, Strafzölle für China und die EU Länder, um amerikanische Unternehmen zu schützen.

Handelsberater Navarro: "Ein Strukturproblem"

"Präsident Trump hatte erkannt, dass wir ein Strukturproblem hatten", sagt Trumps Handelsberater Peter Navarro. "Unsere Jobs waren exportiert, alles war überreguliert, im Weltvergleich hatten wir zu hohe Steuern."

Mit dem Beginn der Rezession stand er in einer Linie mit dem Kongress und der Notenbank, um drei Billionen Dollar in einem Rettungspaket und Konjunkturhilfen in den Markt zu pumpen.

Biden will Trumps Steuerreform ändern

Beim Konjunkturpaket ist Joe Biden dabei, da will er sogar noch mehr investieren, vor allem, um das Arbeitslosengeld aufzustocken und kleinere Unternehmen zu stützen. Trumps Steuerreform will er aber noch einmal reformieren, zum Beispiel Steuern anheben, "damit Unternehmen ihren Anteil zahlen". Und die Bestverdienenden mit über 400.000 US-Dollar im Jahr will er zur Kasse bitten, um seine Programme zu finanzieren.

Streit über Umgang mit China

China eine klare Kante zu zeigen, das Land zu einer offeneren Wirtschaftspolitik zu zwingen, da ist Biden dabei. Aber Trumps Ansatz beim Handelsdefizit hält er für falsch. "Wir gehen den falschen Weg gegen China", so Biden. "China stiehlt geistiges Eigentum, sie machen Auflagen für Geschäfte in China."

Trumps Wirtschaftspolitik der vergangenen Jahre versuchte an den goldenen Jahren von Energie, Stahl, Kohle, Autoindustrie anzuknüpfen. "Ich habe Fabriken nach Michigan gebracht", sagt er im Wahlkampf

Der falsche Weg, sagt Biden. Die Zukunft heiße saubere Energie, Klimaschutz. Und da sei viel Geld zu verdienen. "Diese Investitionen sind eine Win, Win, Win Situation für das Land. Neue Jobs, niedrigere Energiepreise, das Klima schützen", so Biden.

Trump für Steuererleichterungen, Biden für höhere Mindestlöhne

Trump dagegen versucht im Wahlkampf Bidens Wirtschaftspolitik mit Angst zu besetzen. Wenn Biden gewinne, gewinne China, behauptet der Präsident.

Beide nehmen für sich in Anspruch, eine Wirtschaftspolitik zu machen, die sich an Jobs orientiert. Der Unterschied: Trump folgt der von Ronald Reagan propagierten Theorie, des "Hinabregnens", also mehr Geld für diejenigen, die investieren, weniger Belastung für Unternehmen, das Geld kommt dann am Ende unten an. Biden dagegen will unten ansetzen, mehr Kaufkraft für alle - zum Beispiel durch höhere Mindestlöhne.

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