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Vor Spanien-Wahl: Rechtsaußen-Partei Vox im Aufwind | BR24

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Spanien wählt zum vierten Mal in vier Jahren. Während Rechtspopulisten 2015 noch keinerlei Rolle spielten, erreichten sie bei der letzten Wahl im April quasi aus dem Stand 10% der Stimmen. Hauptgrund für diese Entwicklung: der Katalonien-Konflikt.

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Vor Spanien-Wahl: Rechtsaußen-Partei Vox im Aufwind

Spanien wählt zum vierten Mal in vier Jahren. Während Rechtspopulisten 2015 kaum eine Rolle spielten, erreichten sie bei der letzten Wahl im April quasi aus dem Stand 10 Prozent der Stimmen. Hauptgrund für diese Entwicklung: der Katalonien-Konflikt.

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Die Ultrarechte Vox-Partei tritt fast wie eine Art "Alternative für Spanien" auf – ihr größter Trumpf ist aber ein originär spanisches Thema. Bei der Wahl am Sonntag könnte sie nochmals kräftig zulegen.

15.000 Menschen stehen dicht an dicht, fast genauso viele kleine spanische Papierfähnchen werden hin und her geschwenkt, in einer Stierkampfarena im Süden Madrids - spanischer könnte das Setting kaum sein. Vox-Spitzenkandidat Santiago Abascal steigt auf die Bühne und begrüßt die Menge. Die geliebten Landsleute, die - so lobt Abascal - keine Angst vor nichts und niemand haben. Vox macht aus dem Vorwurf, ultrarechts, rechtsextrem zu sein, einen Schlachtruf.

Parallelen von Vox zu AfD

Die Partei verbreitet ganz ähnliche Thesen wie die AfD. Vox beklagt das Verschwinden der spanischen Identität in einer "Mulitkulti-Lava" und prangert eine Meinungsdiktatur der etablierten Parteien und Medien an. Aber das Thema, mit dem die Ultrarechten von Vox bei den Wahlen am meisten Punkten dürften, ist nach Meinung des Meinungsforschers Pablo Arnaldo von der Agentur 40dB ein ganz anderes, nämlich der Streit um den Status von Katalonien. Dieser könnte Vox viele Stimmen bringen, so der Meinungsforscher. Bilder von brennenden Barrikaden und Auseinandersetzungen mit der Polizei vor einigen Wochen dürften diesen Trend noch verstärkt haben.

Rechtsextreme wollen Privilegien für autonome Regionen abschaffen

Die konservative Volkspartei und der sozialistische Ministerpräsident Sanchez geben sich Mühe, klare Kante gegenüber den katalanischen Separatisten zu zeigen – aber Vox setzt einen drauf. Wahre Gleichheit für alle Spanier fordern Abascal und seine Vox-Partei. Weg mit allen Privilegien für die autonomen Regionen fordern sie - gemeint sind damit natürlich in erster Linie Katalonien und das Baskenland.

Verbot von nationalistischen Parteien in den Regionen

Die spanischen Nationalisten wollen die Parteien der Nationalisten in den Regionen verbieten. Das kommt bei vielen Menschen in anderen Gegenden Spaniens gut an. Und die Hemmungen der konservativen Volkspartei, sich mit den Ultrarechten einzulassen, schwinden. Nach den Regionalwahlen in Andalusien war Vox im Dezember Königsmacher für den konservativen Regionalpräsidenten. Madrid hat dank Unterstützung durch Vox einen konservativen Bürgermeister bekommen.

Kennzeichen von Vox: Markige Auftritte im Wahlkampf

Die Vox-Wähler kommen, wie auch viele der Funktionäre, zum großen Teil ursprünglich von der konservativen Volkspartei – ganz ähnlich dem Verhältnis von Union und AfD. Vox ist, wie die AfD, eine männlich geprägte Partei, so Meinungsforscher Arnaldo. Viele Wähler sind gut gebildet und schon etwas älter – doch seit einiger Zeit scheint die Partei aber zunehmend auch bei jungen Leuten zu Punkten. Auch das eine Parallele zur AfD. So wie die markigen Auftritte im Wahlkampf.