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Öffnen oder nicht? Debatte über weitere Corona-Strategie | BR24

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Einen Tag vor dem nächsten Bund-Länder-Treffen nimmt die Debatte über die weitere Corona-Strategie Fahrt auf.

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    Öffnen oder nicht? Debatte über weitere Corona-Strategie

    Kurz vor dem nächsten Bund-Länder-Treffen nimmt die Debatte über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie Fahrt auf. Ein Teil der Ministerpräsidenten wirbt für Lockerungen, andere warnen vor übereilten Schritten.

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    • BR24 Redaktion

    Am Mittwoch treffen sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Länderchefs, um über die weitere Corona-Strategie zu beraten. Vorab haben sich einige Ministerpräsidenten positioniert. Dabei wird deutlich: Die Meinungen gehen auseinander.

    Laschet: Nicht mehr nur auf Infektionszahlen schauen

    So sprach sich Nordrhein-Westfalens Regierungschef Armin Laschet (CDU) für kontrollierte Öffnungsschritte ohne Fokussierung auf Inzidenzwerte anstatt eines langen Corona-Lockdowns aus.

    "Jetzt gilt konzentrierte Sicherheit statt dauerhaftes Schließen", sagt Laschet dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". Die sozialen, wirtschaftlichen und psychischen Schäden der Pandemie müssten sorgfältig abgewogen werden. Er fordert eine vorsichtige Öffnung mit einer ganzen Breite von Schutzmaßnahmen und den besseren Einsatz digitaler Möglichkeiten.

    Bereits am Montagabend hatte Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) gefordert, die Umstände vor Ort stärker ins Visier zu nehmen. Dabei könne es keine Orientierung mehr nur an einer bestimmten Infektionszahl geben, auch die Lage der Gesundheitsämter und Krankenhäuser müsse berücksichtigt werden.

    Druck auf Söder steigt

    Ähnlich sehen das die Freien Wähler, Koalitionspartner der CSU in Bayern. Sie grenzen sich von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und damit von der bisherigen Regierungslinie ab, nach der die Inzidenz nach wie vor das wichtigste Kriterium zur Beurteilung des Infektionsgeschehens ist. Die Freien Wähler kritisieren das als "ideologische Engführung".

    Haseloff für weitere Lockerungen

    Auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) wirbt für weitere Lockerungen. "Die Menschen sind nach dem Lockdown erschöpft", sagt der amtierende Bundesratspräsident den Zeitungen der "Funke Mediengruppe". Es müsse verhindert werden, dass "vieles in den illegalen Bereich wandert". Sonst breite sich das Virus noch stärker aus.

    Als Beispiel nannte Haseloff den Sport: "Statt unkontrollierter Sporttreffs von Gruppen können wir Sport bis zu fünf Personen wieder zulassen, wenn die Vereine darauf achten, dass die Hygieneregeln eingehalten werden. Was wir im Moment machen, kann nicht dauerhaft so bleiben."

    Tschentscher: "Dritte Welle verhindern"

    Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher warnt hingegen vor einer umfassenden Lockerung. "Wir würden die Krise eher verlängern, wenn wir jetzt zu viele Beschränkungen gleichzeitig aufheben", sagte der SPD-Politiker der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Wir müssen eine starke dritte Welle verhindern, bevor uns die Impfungen ausreichend Schutz vor Corona bieten."

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