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Reifenwechsel in einer Autowerkstatt

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    Von "O" bis "O" – So wird Ihr Auto frühlingsfit

    Von Oktober bis Ostern und umgekehrt: Diese Faustregel hat sich bei vielen Autofahrern für den Reifenwechsel festgesetzt. Doch nicht immer geht diese Rechnung auf. Wichtig: Auch die Witterung im Blick haben, bevor das Auto frühlingsfit gemacht wird.

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    Von
    • Ines Schneider

    Ostern? Da war doch was! "Reifen wechseln" steht da bei vielen Autofahrern dick im Kalender. Und meist ist die bekannte "O" bis "O"-Regel, also von Oktober bis Ostern und umgekehrt auch eine gute Orientierungshilfe. Blöd nur, wenn, wie in diesem Jahr Ostern auf Anfang April fällt und es damit manchmal auch bis ins Flachland hinein immer noch schneien kann oder die Straßen bei Minustemperaturen und Nässe zu spiegelglatten Rutschbahnen werden. Dann besser noch ein, zwei Wochen warten.

    Corona macht auch Reifen teurer

    Wer neue Sommerreifen braucht, muss wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr mit höheren Preisen rechnen. Seit März 2020 sind die Preise der meistverkauften Sommerreifen um mehr als sechs Prozent gestiegen. Kurz unterbrochen nur von der Senkung der Mehrwertsteuer im Sommer. Der Grund: Zum einen wurde das Angebot durch Werksschließungen in der Reifenproduktion verknappt. Zum anderen sind die Preise für Containerlieferungen aus Asien in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen. Und das wird sich wohl auch nicht so schnell ändern: Die Pandemie hält an, der Handel wird nur schleppend versorgt, die Preise steigen also weiter.

    Werkstatt oder selber wechseln ?

    Wenn Sie nicht ausreichend Erfahrung beim Reifenwechsel haben, sollten Sie lieber eine Fachwerkstatt aufsuchen. Das gilt besonders für den Umgang mit großen, schweren SUV-Rädern. Denn trotz Corona: Die Werkstätten haben, wenn auch mit Beschränkungen, geöffnet. Wichtig, wenn Sie einen Termin haben und Ihr Auto in der Werkstatt abgeben: Auch dort gelten natürlich die Hygiene- und Abstandsregeln, und vor der Übergabe sollte das Fahrzeug für ein paar Minuten gelüftet werden.

    Vor dem Radwechsel: Werkzeuge & Co bereit legen

    Wollen Sie den Wechsel selbst durchführen, sollten Sie zuerst das nötige Werkzeug bereitlegen. Dazu gehören ein stabiler Wagenheber, ein Unterstellbock, das Radkreuz, eine Drahtbürste, eine Schachtel für Schrauben, sowie einen Drehmomentschlüssel. Wer die Räder regelmäßig selbst wechseln will, sollte sich einen stabilen Hydraulikwagenheber anschaffen.

    Beim Wechsel von Stahl- auf Leichtmetallräder oder umgekehrt müssen häufig unterschiedliche Schrauben oder -muttern verwendet werden. Das Gleiche gilt für Felgenschlösser zur Diebstahlsicherung. Auch diese Teile sollten griffbereit sein.

    Schrauben und Profiltiefe prüfen

    Radschrauben oder -muttern sollten keine Schäden aufweisen. Die Gewinde der Schraubverbindungen und die Auflageflächen müssen sauber und frei von Rost sein. Wenn nicht, benutzen Sie die Drahtbürste zur Reinigung. Gewinde sollten grundsätzlich nicht geschmiert werden.

    Besonders wichtig: Schon öfter gewechselte Reifen sollten auf Schäden überprüft werden. Die vorgeschriebene Mindestprofiltiefe beträgt 1,6 mm. Besser sind jedoch für Winterreifen vier Millimeter, für Sommerreifen drei Millimeter.

    Nach dem Radwechsel: Luftdruck prüfen!

    Sind die neuen Reifen drauf, muss der Druck kontrolliert werden. Nach rund 50 Kilometern sollten Sie die Schrauben gegebenenfalls nachziehen. Der ADAC empfiehlt außerdem, die Räder spätestens alle 8.000 bis 10.000 Kilometer achsweise zu tauschen (also vorderes rechtes Rad nach hinten rechts usw.). So beugen Sie unterschiedlich starker Abnutzung vor. Bei Reifen mit unterschiedlichen Restprofiltiefen gehören die mit der größeren Profiltiefe immer an die Hinterachse.

    So lagern Sie Reifen richtig

    Auf den Reifen sollte vor der Lagerung mit Kreide gekennzeichnet werden, an welcher Position am Auto sie montiert waren, zum Beispiel "VR" für vorne rechts. Das erleichtert dann die Montage beim Wechsel. Und bei der Lagerung von Reifen auf Felgen spielt es keine Rolle, ob sie liegend oder hängend aufbewahrt werden. Sie sollten allerdings an einem kühlen, trockenen und dunklen Platz "überwintern" oder "übersommern".

    Zum Start in den Frühling – Was ist noch zu tun ?

    Scheibenwischerblätter kontrollieren; wenn der Gummi brüchig ist oder die Blätter schmieren, sollten die Wischer ausgetauscht werden. Für kleine Schönheitskorrekturen, Aufräumen und Ausmisten ist jetzt auch die richtige Zeit: Ausgeblichene Zierleisten aus Kunststoff können gut mit einem Kunststoffreiniger sauber gemacht werden, mit einem Auto-Innenreiniger und einem Mikrofasertuch werden Armaturen, Sitzpolster und Verkleidungen aus Stoff von Schmutz befreit. Und Ballast loswerden nicht vergessen, also Dachboxen und Skiträger abmontieren und zusätzliche Ladung wie Schneeketten, Streusplit, Eiskratzer und Besen in die Sommerpause schicken.

    Alle Flüssigkeiten und die Beleuchtung prüfen

    Unter der Motorhaube geht's weiter: Öl, Kühlwasser und die Scheibenwaschanlage kontrollieren, gegebenenfalls Flüssigkeit nachschütten. In der frostfreien Zeit reicht ein Scheibenreinigerzusatz. Aber Achtung: Manchmal lässt sich der nicht mit dem Frostschutzmittel mischen, das noch in der Waschanlage vorhanden ist. Außerdem die Beleuchtung prüfen und kaputte Lampen auswechseln.

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