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Neue Posten in der EU-Kommission: Das ist von der Leyens Team | BR24

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Die zukünftige EU-Kommissionspräsidentin hat in Brüssel ihre Mannschaft vorgestellt.

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Neue Posten in der EU-Kommission: Das ist von der Leyens Team

Am ersten November wird Ursula von der Leyen ihr Amt als neue EU-Kommissionspräsidentin antreten. Die ehemalige Verteidigungsministerin präsentierte heute, wer zu ihrem Team gehören wird, mit dem sie die kommenden Jahre in Brüssel bestehen will.

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Auch damit geht die erste Kommissionspräsidentin der EU in die Geschichte ein: Im Team von Ursula von der Leyen werden so viele Frauen mitarbeiten, wie nie zuvor.

Zur Überraschung vieler und gegen manche Widerstände hat die CDU-Politikerin ihr Versprechen wahr gemacht und fast die Hälfte der 26 Kommissars-Posten, nämlich 12, mit weiblichen Bewerbern besetzt. (Sie selbst miteingerechnet, liegt das Verhältnis Männer zu Frauen in der neuen EU-Kommission bei 14:13. Angesichts der ungeraden Gesamtzahl und der Tatsache, dass der Chef eine Frau ist, kann man also getrost von "Geschlechter-Parität" reden.)

Vestager und Timmermans erhalten mehr Macht

Weniger überraschend: die Verteilung der wichtigsten Ressorts. Schon vorab war bekannt geworden, dass zwei Schwergewichte aus der Juncker-Kommission - die liberale Dänin Margrethe Vestager und der sozial-demokratische Niederländer Frans Timmermans - auch unter von der Leyen zentrale Aufgaben übernehmen sollen: Er als neuer EU-Kommissar für Klimapolitik und den geplanten "Green deal", sie für die nicht weniger bedeutenden Bereiche Digitales und Wettbewerb.

Auf Druck des EU-Parlaments und großer Mitgliedsstaaten, darunter Spanien und Frankreich, sollen beide außerdem den Titel "exekutiver Vizepräsident" und damit mehr Macht erhalten. Dritter in diesem elitären Kreis: der Lette Valdis Dombrovskis, der sich wirtschaftliche und soziale Fragen kümmern soll.

Personaltableau "parteipolitisch und geografisch "gut ausblanciert"

Parteipolitisch und geografisch "gut ausbalanciert", wie von der Leyen sagt, ist die neue EU-Kommission auch mit Blick auf die übrigen Dossiers: So soll mit Janusz Wojciechowski künftig ein Pole für die Landwirtschaft zuständig sein, einen der größten Posten im EU-Haushalt. Die gemeinsamen Finanzen überwacht der erfahrene Österreicher Johannes Hahn. Neuer Kommissar für Handelsfragen – und damit zuständig für die Beziehungen zu den USA, China und den Briten nach dem Brexit – wird der Ire Phil Hogan. Europäische Grundwerte, wie Demokratie und Rechtstaatlichkeit hat ab 1. November die Tschechin Vera Jourova im Blick.

Jüngster Kommissar erst 28 Jahre alt

Als neuer Chefdiplomat gesetzt war von vorneherein der Spanier Josep Borrell, mit 72 Jahren der Senior im Team. Jüngster EU-Kommissar, mit 28: der Litauer Virginijus Sinkevicius, zuständig für Umweltschutz und Ozeane. Das neue Ressort Verteidigung übernimmt die Französin und Macron-Vertraute Sylvie Goulard.

Sie wolle eine Kommission, "die mit Entschlossenheit geführt wird, die sich auf die akuten Probleme konzentriert und Antworten liefert" – so die Botschaft der gewählten Behördenchefin aus Deutschland. In Stein gemeißelt ist ihr Personaltableau trotzdem noch nicht. Ab Ende des Monats müssen alle 26 designierten Kommissare noch eine ausführliche Befragung durch das EU-Parlament überstehen. Bis Ende Oktober muss von der Leyens Mannschaft nochmal als Ganzes bestätigt werden.

Die neue Kommission im Überblick

Präsidentin

DEUTSCHLAND: Ursula von der Leyen

Geschäftsführende Vizepräsidenten

DÄNEMARK: Margrethe Vestager (Wettbewerb und Digitales)

LETTLAND: Valdis Dombrovskis (Wirtschaft, Finanzdienstleistungen und Kapitalmarktunion)

NIEDERLANDE: Frans Timmermans (Klimapolitik)

Weitere Vizepräsidenten

GRIECHENLAND: Margaritis Schinas (Schutz dessen, "was Europa ausmacht")

KROATIEN: Dubravka Suica (Demokratie und Demografie)

SLOWAKEI: Maros Sefcovic (interinstitutionelle Beziehungen)

SPANIEN: Josep Borrell (EU-Außenbeauftrager)

TSCHECHIEN: Vera Jourova (Werte und Transparenz)

Einfache Kommissare

BELGIEN: Didier Reynders (Justiz und Rechtsstaatlichkeit)

BULGARIEN: Mariya Gabriel (Innovation und Jugend)

ESTLAND: Kadri Simson (Energie)

FINNLAND: Jutta Urpilainen (internationale Partnerschaften)

FRANKREICH: Sylvie Goulard (Industriepolitik, Binnenmarkt und Verteidigungsindustrie)

IRLAND: Phil Hogan (Handel)

ITALIEN: Paolo Gentiloni (Wirtschaft)

LITAUEN: Virginijus Sinkevicius (Umwelt)

LUXEMBURG: Nicolas Schmit (Beschäftigung)

MALTA: Helena Dalli (Bürgerrechte und Gleichstellung)

ÖSTERREICH: Johannes Hahn (EU-Haushalt und Verwaltung)

POLEN: Janusz Wojciechoski (Landwirtschaft)

PORTUGAL: Elisa Ferreira (Kohäsion und Reformen)

RUMÄNIEN: Rovana Plumb (Verkehr)

SLOWENIEN: Janez Lenarcic (Krisenmanagement)

SCHWEDEN: Ylva Johansson (Inneres)

UNGARN: Laszlo Trocsanyi (Erweiterung)

ZYPERN: Stella Kyriakidou (Gesundheit)

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Die künftige EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hat ihr Team für die nächsten fünf Jahre vorgestellt. Bekannte Schwergewichte wie Frans Timmermanns und Margrethe Vestager nehmen auch weiterhin Schlüsselpositionen ein.