BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR
Bildrechte: Bayerischer Rundfunk 2021

Der Münchner Virologe Prof. Oliver Keppler hat kein Verständnis für die Entscheidung, ab dem EM-Halbfinale mehr als 60.000 Zuschauer ins Londoner Wembley-Stadion zu lassen. "Da bin ich natürlich nicht begeistert", sagte Keppler.

44
Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Virologe Keppler kritisiert EM-Spiele vor 60.000 Zuschauern

Der Münchner Virologe Prof. Oliver Keppler hat kein Verständnis für die Entscheidung, ab dem EM-Halbfinale mehr als 60.000 Zuschauer ins Londoner Wembley-Stadion zu lassen. "Da bin ich natürlich nicht begeistert", sagte Keppler im Bayern 2-Interview.

44
Per Mail sharen
Von
  • Bernhard Amann
  • Christoph Peerenboom

Trotz großer Kritik und Sorge vor einer weiteren Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus werden ab dem Halbfinale der Fußball-Europameisterschaft deutlich mehr Fans zugelassen. Die britische Regierung hat entschieden, dass für die entscheidenden Spiele mehr als 60.000 in das Londoner Wembley-Stadion dürfen. In London sollen am 6. und 7. Juli die beiden Halbfinal-Spiele und am 11. Juli das Finale stattfinden.

Fußball vor viel Publikum: "Durchaus eine Gefahr"

Kein Verständnis für die Entscheidung hat der Virologe Prof. Oliver Keppler vom Max von Pettenkofer-Institut an der LMU München. Massenveranstaltungen, bei denen viele Menschen zusammenkämen, bergen große Risiken, erklärte Keppler im Bayern 2-Interview.

Dies gelte auch für Veranstaltungen im Freien. Dort sei das Risiko zwar reduziert, aber "es ist beileibe nicht bei null". Keppler wies auf Untersuchungen aus Bundesligastadien hin. Nach Spielen mit Zuschauern sei das lokale Infektionsgeschehen deutlich angestiegen.

"Wir müssen gewarnt sein. Die EM, so toll sie ist und so schön es ist, den Fußball wieder mit Publikum zu sehen, ist durchaus eine Gefahr." Prof. Oliver Keppler

Sorge vor "Superspreader-Events"

Es könnte sein, dass "hier Superspreader-Events" stattfinden, betonte Keppler. Neben dem Wembley-Stadion machen ihm auch die vielen EM-Zuschauer in Budapest Sorgen, so Keppler. Außerdem nannte er auch das Wimbledon-Finale. Beim Tennisturnier sollen wieder bis zu 15.000 Interessierte zuschauen dürfen - trotz steigender Corona-Inzidenz.

Keppler: "Pandemie ist noch nicht vorbei"

Oliver Keppler warnte angesichts der Delta-Variante vor zu starken Lockerungen. "Wir dürfen nicht naiv sein", sagte Keppler, "Die Pandemie ist noch nicht vorbei." Man dürfe sich von den aktuellen niedrigen Zahlen nicht blenden lassen, die Inzidenz werde angesichts der Delta-Variante wieder steigen. Darum sei der Schutz durch Masken auch im Sommer sinnvoll.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!