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Corona-Fakenews: Drosten attackiert "scheinbare Fachleute" | BR24

© Dpa-Bildfunk/ Michael Kappeler

Im NDR-Podcast warnte Drosten vor Falschinformationen in sozialen Netzwerken.

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    Corona-Fakenews: Drosten attackiert "scheinbare Fachleute"

    "Voller Unsinn" und "Quatsch": Christian Drosten hat Falschinformationen zum Coronavirus verurteilt. Neben Verschwörungstheoretikern kritisiert der Virologe auch Wissenschaftler scharf, die sich außerhalb ihres Fachbereichs zur Corona-Krise äußern.

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    Der Berliner Virologe Christian Drosten hat scharfe Kritik an Falschinformationen zur Corona-Pandemie im Internet geübt. Am Dienstag erklärte er im NDR-Podcast, dass zum Beispiel in sozialen Medien millionenfach abgerufene Videos kursierten, die "voller Unsinn" und "falscher Behauptungen" seien.

    Verschwörungstheoretiker setzen "Quatsch in die Welt"

    Weiter sagte der Charité-Wissenschaftler, dass dort auch zum Teil Ärzte und Professoren zu finden wären, "die irgendeinen Quatsch in die Welt setzen". Namen nannte Drosten nicht. Dadurch werde auch "wirklich gefährlichen Verschwörungstheoretikern" mit teils politischer Agenda der Rücken gestärkt. Drosten rügte das als "unverantwortlich".

    Der Virologe schilderte, er bekomme ein Echo zurück in Form von Anschuldigungen, Fragen und Ideen, die Menschen auf Grundlage von Verschwörungstheorien entwickelten.

    "Entbehrt jeder Grundlage": Drosten kritisiert Teile der Wissenschaft

    Unter den Wissenschaftler seien auch Personen dabei, die sich auf ihre medizinische Ausbildung berufen, aber nie in ihrem Leben in diesem Fachbereich gearbeitet hätten, "denen man aber dann eben glaubt, anhand von ihren akademischen Qualifikationen", so Drosten.

    Der Virologe erklärte, er selbst würde zurzeit nur deswegen in der Öffentlichkeit stehen, weil Coronaviren sein absolutes Spezialgebiet seien. "Ich würde mich auch nicht trauen, innerhalb der Virologie mich in dieser Breite und in dieser Meinungsstärke zu äußern, zu einem anderen Virus, als dem Virus, an dem ich hier arbeite", so Drosten. Was er höre, zum Teil von "scheinbaren Fachleuten", deren Expertise in anderen Bereichen liege, entbehre oft jeder Grundlage, sagte der Virologe.

    Drosten fordert: Auf Forschungshintergrund achten

    Um Falschmeldungen auf Social-Media zu erkennen, empfahl der Wissenschaftler aufs genaueste darauf zu achten, aus welchem Fachgebiet die sich äußernden Personen stammen und welchen Forschungshintergrund sie haben. Außerdem sei ein zielführender Hinweis, ob die Person in Deutschland oder international als Experte respektiert sei.

    Drosten gehört zu den Erstunterzeichnern eines offenen Briefs, in dem Ärzte und Virologen ein härteres Vorgehen von Facebook, Google und Twitter gegen Corona-Falschinformationen fordern. Die bisherigen Maßnahmen gingen nicht weit genug, kritisieren sie beim Kampagnen-Netzwerk Avaaz.

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