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Berichte von geretteter Viking Sky: Passagiere in Todesangst | BR24

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Es war ein Reise-Ende mit Schrecken für die Passagiere der "Viking Sky". Das Kreuzfahrtschiff war vor Norwegen mit einem Motorschaden bei Sturm in Seenot geraten. Knapp 1400 Menschen waren an Board, 460 sind mit Hubschraubern an Land gebracht worden.

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Berichte von geretteter Viking Sky: Passagiere in Todesangst

Passagiere in Todesangst: Während eines schweren Sturms war das norwegische Kreuzfahrtschiff "Viking Sky" mit 1.373 Menschen an Bord liegengeblieben. Es gab Schwerverletzte. Nach der Rettung soll nun geklärt werden, wie es zum Unglück kommen konnte.

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Was eine entspannte Kreuzfahrt entlang der norwegischen Küste werden sollte, ist für Hunderte Passagiere der "Viking Sky" am Wochenende zu einer Katastrophe geworden. Die Szenerie glich einem Alptraum: Wegen Problemen des Antriebs blieb das unter norwegischer Flagge fahrende Kreuzfahrtschiff am Samstag während eines Sturms in dem gefährlichen westnorwegischen Küstenabschnitt Hustadvika liegen – mit 915 Passagieren und 458 Besatzungsmitgliedern an Bord.

Sturm und 15 Meter hohe Wellen – drei Schwerverletzte

Die meisten Menschen mussten über Nacht auf dem Havaristen ausharren. Das riesige Schiff, 227 Meter lang, wurde vor der Westküste Norwegens von bis zu 15 Meter hohen Wellen so kräftig durchgeschüttelt, dass Möbel und andere Gegenstände an Deck zu Bruch gingen. Sessel, Tische und Pflanzen rutschten im Schiff hin und her. Einer Frau fiel ein Teil der Decke auf den Kopf.

Mehrere Menschen wurden verletzt, drei von ihnen schwer. Hubschrauber flogen fast 500 Urlauber an Land, auch in der Nacht. Die meisten von ihnen waren Briten und Amerikaner. Auch zwei Frauen mit deutscher Staatsangehörigkeit zählten zu den Passagieren der "Viking Sky"; sie sollen 74 und 66 Jahre alt sein. Erst mehr als 24 Stunden nach dem Notruf fand die dramatische Reise am Sonntag im Hafen der Kleinstadt Molde in Norwegen ein glimpfliches Ende. Zu dem Zeitpunkt sind noch fast 900 Menschen an Bord. "Sie hatten keine gute Nacht", sagte ein Sprecher der Kommune Fræna.

Panik an Bord: Passagiere in Todesangst

"Ich hatte Angst. Ich habe noch nie so etwas Beängstigendes erlebt", sagte eine der ersten Evakuierten, Janet Jacob, dem norwegischen Rundfunksender NRK: "Ich habe zu beten begonnen, ich habe für die Sicherheit von allen an Bord gebetet."

Der Amerikaner Rodney Horgen berichtete, er habe gerade im Restaurant gesessen, als das Schiff heftig zu schwanken begonnen habe. Teller seien von Tischen geflogen, Menschen zu Boden gegangen. Ein Fenster oder eine Tür sei zu Bruch gegangen und eine Welle ins Schiffsinnere geschwappt: "Ich musste an die Titanic denken. Ich dachte, das wäre das Ende."

"Du denkst an das Schlimmste, wenn du in solch einer Umgebung bist", sagte eine Reisende aus London dem Rundfunksender NRK über die Erlebnisse an Bord. Ihr Ehemann ergänzte: "Was für ein Drama. Aber es ist vorbei."

Das Rote Kreuz teilte mit, viele der Passagiere seien traumatisiert. Sie würden an Land psychologisch betreut.

"Viking Sky" sollte über Stavanger nach London fahren

Die "Viking Sky" war seit dem 14. März auf einer Zwölf-Tage-Reise entlang der norwegischen Westküste. Sie sollte laut der Webseite cruisemapper.com am Sonntag eigentlich den Hafen von Stavanger anlaufen und ihre Reise am Dienstag schließlich in London beenden.

Wie es zu dem Unglück kommen konnte, ist unklar. Gutachter der Firma "Lloyd's" wollen das Schiff nach Angaben der norwegischen Nachrichtenagentur NTB untersuchen, um herauszufinden, was zu den Problemen geführt hatte. Die staatliche Havariekommission will ebenfalls Untersuchungen beginnen.

Auch aus Bayern machte sich ein Team von Spezialisten auf nach Norwegen. MAN-Ingenieure aus Schwaben untersuchen, warum die Dieselmotoren, die aus Augsburg stammen, ausgefallen waren.