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Viele Wohnungen in Deutschland sind überbelegt | BR24

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Mehrfamilienhäuser in München

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    Viele Wohnungen in Deutschland sind überbelegt

    Sieben Prozent der Bevölkerung haben 2017 in einer überbelegten Wohnung gelebt. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, waren vor allem armutsgefährdete Personen, Alleinerziehende und ihre Kinder sowie Menschen mit ausländischem Pass betroffen.

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    Menschen, die in der Stadt wohnen, leben etwa drei Mal so häufig auf engem Raum wie Menschen in ländlichen Gebieten. Nach amtlicher Definition sind Wohnungen überbelegt, wenn sich beispielsweise drei Kinder ein Zimmer teilen oder wenn Eltern das Wohnzimmer gleichzeitig als Schlafraum nutzen.

    Jeder 6. EU-Bürger lebt in überbelegter Wohnung

    Im europäischen Vergleich schneidet Deutschland gut ab. In der EU lebten im Schnitt 16 Prozent der Bevölkerung in einer überbelegten Wohnung. Das sind mehr als doppelt soviele wie in Deutschland. In Polen lebten im Jahr 2017 den Angaben zufolge 41 Prozent der Bevölkerung in einer überbelegten Wohnung. In Österreich waren es 15 Prozent, in Frankreich war die Quote mit acht Prozent nur etwas höher als in Deutschland. In den Niederlanden lag der Anteil dagegen nur bei vier Prozent, in Zypern und Malta sogar nur bei jeweils drei Prozent.

    In Deutschland leben mit einem Anteil von jeweils 19 Prozent vor allem armutsgefährdete Menschen sowie Alleinerziehende und ihre Kinder in Wohnungen, die nach diesen Kriterien zu wenige Zimmer haben.

    Bei Ausländern liegt der Anteil mit 17 Prozent deutlich höher als bei Deutschen mit sechs Prozent. Der Wohnraummangel ist zudem unter der Bevölkerung in den Städten mit einem Anteil von elf Prozent rund dreimal so hoch wie in ländlichen Gebieten mit vier Prozent.

    AWO fordert Sofortmaßnahmen

    Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) zeigte sich besorgt angesichts der Zahlen.

    "In einer Wohnung zu leben, die den eigenen Bedürfnissen entspricht und zugleich bezahlbar ist, wird für immer mehr Bürgerinnen und Bürger zu einem kaum realisierbaren Traum."AWO-Bundesvorsitzender Wolfgang Stadler

    Die Organisation forderte drei Sofortmaßnahmen - "ein höheres Wohngeld, eine wirksamere Mietpreisbremse und einen verstärkten sozialen Wohnungsbau". Zudem müssten Energie- und Wasserpreise sozial ausgestaltet sowie das Wohngeld und die behördlich übernommenen Kosten für Unterkunft und Heizung regelmäßig an die Lebensrealität angepasst werden.

    Die Linke kritisiert "verfehlte Wohnungspolitik"

    Die Linksfraktion im Bundestag kritisierte eine "verfehlte Wohnungspolitik der Bundesregierung". "Ein öffentliches Investitionsprogramm für bezahlbares Wohnen ist überfällig, denn Wohnungsnot und gedrängte Wohnverhältnisse gefährden den sozialen Frieden", erklärte Vizefraktionschefin Caren Lay in Berlin.

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    • BR24 Redaktion
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