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Viele große Lawinenabgänge: Höchste Warnstufe in Österreich | BR24

© dpa-Bildfunk / Bernd März

Winter in Österreich

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    Viele große Lawinenabgänge: Höchste Warnstufe in Österreich

    In Tirol sind viele teils sehr große Lawinen abgegangen. Mehr als 180 Straßen sind nach kräftigen Schneefällen gesperrt, mindestens zwölf Orte nicht erreichbar. Bei Salzburg starb ein Mann beim Abschaufeln eines Hausdaches.

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    Laut Polizei wurden vier Männer beim Schneeräumen auf einem Hausdach von den Schneemassen mitgerissen und stürzten etwa sechs Meter in die Tiefe. Ein 47-Jähriger starb, ein 26 und ein 28 Jahre alter Mann wurden nach dem Unfall in der Nähe von Salzburg ins Krankenhaus gebracht. Ein 38-Jähriger blieb unverletzt.

    Gefährliche Lage in Tirol

    In Tirol sind viele teils sehr große Lawinen abgegangen. Wie der Lawinenwarndienst des österreichischen Bundeslandes mitteilte, wurde daher die höchste Lawinenwarnstufe auf weitere Regionen des Landes ausgeweitet. "Es fiel vor allem am Karwendel mehr Schnee als erwartet", teilten die Experten in ihrem Lagebericht mit. Aufgrund von Regen könne es im Laufe des Tages unterhalb von 1.500 Metern Seehöhe vermehrt zu "Gleitschneelawinen und nassen Rutschen" kommen.

    Es hatte in Österreich erneut große Mengen Neuschnee gegeben. Wie der ORF am Morgen meldete, waren mindestens ein Dutzend Orte nicht erreichbar. In den Bundesländern Salzburg, Tirol und Voralberg sind mehrere Orte von der Außenwelt abgeschnitten. Tausende Menschen sind betroffen.

    Lawinenlage heute sehr kritisch

    Die Lawinengefahr ist mittlerweile wieder höher als am vergangenen Wochenende: Der heutige Montag ist laut dem Leiter des Lawinenwarndienstes Tirol, Rudi Mair, der kritischste Tag. Die Meteorologen sagen für die Höhenlagen sehr viel Neuschnee und stürmischen Wind voraus. In tieferen Lagen sind dagegen milde Temperaturen und Regen angekündigt. Diese Situation lässt die Lawinengefahr steigen.

    Ein Meter Neuschnee

    In den Vorarlberger Gebieten mit sehr großer Lawinengefahr kamen bis zum Morgen 65 bis 100 Zentimeter Neuschnee zusammen. Es wurden noch weitere 30 bis 50 Zentimeter Neuschnee erwartet.

    Höchste Lawinenwarnstufe in Vorarlberg und Tirol

    Die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik ging zudem davon aus, dass es in Tirol und Vorarlberg gebietsweise bis zu 5 Grad warm werden könnte. "Mit der Erwärmung steigt die Auslösebereitschaft von spontanen, trockenen Lawinen vor allem in mittleren und hohen Lagen deutlich an", heißt es im Lagebericht des Lawinenwarndienstes. Auch im Gebiet Hohe Tauern im Land Salzburg galt am Montag die höchste Lawinenwarnstufe.

    In Lech waren am Samstag drei Skifahrer aus Oberschwaben durch eine Lawine ums Leben gekommen. Ein vierter Mann wird noch vermisst. Die Gruppe war trotz Lawinenwarnung am Rüfikopf unterwegs gewesen.

    Fernpass gesperrt, Einschränkungen beim Zugverkehr

    Die Orte Lech und Zürs sind wegen einer Sperrung der Zufahrtsstraßen nicht mehr erreichbar. Auch die Ortschaft Stuben am Arlberg war wegen der Lawinengefahr von der Außenwelt abgeschnitten. Der Fernpass, eine wichtige Verbindung zwischen Deutschland und Österreich, ist gesperrt. Allein im Bundesland Salzburg waren 17.000 Menschen von der Außenwelt abgeschnitten. Wie die Behörden berichteten, wurde am Sonntagabend auch die Straße nach Obertauern wegen Lawinengefahr gesperrt.

    Die Österreichische Bundesbahn meldete wegen des Wetters und der hohen Lawinengefahr vielerorts Einschränkungen und Zugausfälle mit Schienenersatzverkehr.

    Höchste Lawinengefahr auch in der Schweiz

    Auch in der Schweiz war die Lage angespannt: Die Lawinengefahr wurde vom Institut für Schnee- und Lawinenforschung in mehreren Gebieten auf die höchste Stufe angehoben. Bis Montagabend werden vom östlichen Berner Oberland bis in den Alpstein, im nördlichen Oberwallis und in der Silvretta weitere 60 bis 100 Zentimeter Schnee erwartet.