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Viel Unterstützung für "Aufschrei gegen Antisemitismus" | BR24

© pa/dpa/Peter Kneffel

Charlotte Knobloch, ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland

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    Viel Unterstützung für "Aufschrei gegen Antisemitismus"

    Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, hat im BR-Fernsehen von der Gesellschaft ein lauteres Bekenntnis gegen Judenhass gefordert. Ihre Mahnung "mir fehlt der Aufschrei" findet viel Zustimmung.

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    Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, hatte sich im BR-Fernsehen besorgt darüber gezeigt, dass viele Juden in Deutschland Angst hätten, ihren Glauben offen zu zeigen und zu leben. Ihr fehle der Aufschrei der Gesellschaft und eine "Unterstützung für uns aus der Mitte der Gesellschaft". Eine Forderung, die bei in der Politik viel Zustimmung findet.

    Frühzeitig die Anzeichen erkennen und handeln

    Am Rande des Holocaust-Gedenkens in Passau betonte die Bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU), wie wichtig mehr gesellschaftlicher Protest und Wachsamkeit gegen Judenhass sei. Schließlich gehe es darum, dass "wir aus der Geschichte lernen und auch frühzeitige Anzeichen erkennen und dagegen vorgehen", so Aigner zum BR.

    Der Forderung nach Schweigen entgegenstehen

    Ministerpräsident Markus Söder, ebenfalls CSU, hatte im BR deshalb bereits zuvor schärfere Gesetze gegen Hass im Netz und einen noch besseren Polizeischutz für jüdische Einrichtungen angekündigt. Alexander Hold, Vize-Landtagspräsident (Freie Wähler), hält es vor allem für wichtig, dass dieser Aufschrei mehr gehört wird. Vor allem der Forderung, es solle Schluss sein mit dem Mahnen und dem Erinnern, was Judenhass bewirkt, müssten Demokraten sich entgegenstellen.

    Gemeinsam gegen Judenhass

    Einen lauteren Aufschrei der Gesellschaft gegen Judenhass wünschen sich auch bayerische Oppositonspolitiker. SPD-Landtagsvizepräsident Markus Rinderspacher findet, jetzt seien Massendemonstrationen gegen Antisemitismus nötig.

    Florian Ritter, Extremismus–Experte der Landtags-SPD fordert im BR, dass die Politik Menschen ganz praktisch motivieren müsse, damit sie widersprechen, wenn irgendwo antisemitische Parolen gebrüllt werden oder antisemitische Äußerungen fallen. Ritter meint deshalb: "Ja, der Aufschrei muss lauter werden."

    Derselben Ansicht ist Toni Schuberl, Rechtsexperte der Landtagsgrünen. Immerhin sei es nicht so, dass der Aufschrei nicht vorhanden wäre. Schuberl ist deshalb grundsätzlich "guten Mutes, dass die Gesellschaft stark ist."

    Auch der FDP-Landtagsabgeordnete Alexander Muthmann FDP gibt Charlotte Knobloch mit ihrer Forderung Recht. Was immer Missachtung der Menschenwürde angehe, müsse sich die Gesellschaft ins Bewusstsein rufen und dagegen vorgehen.