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Die Frauenärztin Kristina Hänel
© dpa-Bildfunk/Boris Roessler

Autoren

Kerstin Grundmann
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Die Frauenärztin Kristina Hänel

Die Gießener Ärztin Kristina Hänel hält es für untragbar, dass Frauen von Informationen zum Schwangerschaftsabbruch ferngehalten werden.

"Die Weitergabe der Adressen für Abbrüche funktioniert für die Betroffenen nicht", Kristina Hänel im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk (Bayern 2, radioWelt am Abend).

Das Gießener Landgericht hatte heute ein Urteil gegen Hänel bestätigt. Die Ärztin war zu einer Geldstrafe von 6.000 Euro verurteilt worden, weil sie auf ihrer Internetseite über Schwangerschaftsabbrüche informiert hatte.

Ärztin: § 219a widerspricht dem Grundgesetz

Hänel erklärte, dass ihr Fälle bekannt seien, in denen Frauen ins Ausland gehen mussten oder sogar illegale Abbrüche versucht hätten.

"Es kann ja nicht sein, dass eine betroffene Frau vier Kliniken anrufen muss, in der Hoffnung, irgendjemand macht hoffentlich den Abbruch." Kristina Hänel

Aus ihrer Sicht ist der Paragraph 219 a grundgesetzwidrig, weil er ihr - als Ärztin - keine Möglichkeit gebe, ihre Patienten ausreichend zu informieren.