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Verunglückte Aeroflot-Maschine: Flugschreiber im Wrack entdeckt | BR24

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Nach dem Brand eines russischen Passagierjets mit 41 Toten suchen die Ermittler weiter nach der genauen Unfallursache. Die Maschine hatte gestern nach einer harten Notlandung in Moskau Feuer gefangen.

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Verunglückte Aeroflot-Maschine: Flugschreiber im Wrack entdeckt

Ermittler haben in der Aeroflot-Maschine beide Flugschreiber gefunden: Sie sollen Auskunft über die Ursache des Unglücks am Moskauer Flughafen mit 41 Toten geben. Bilder vom Rollfeld, die Menschen mit Koffern zeigen, werfen Fragen auf.

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Am Tag nach dem Flugzeugbrand in Moskau mit 41 Toten sind die beiden Flugschreiber der verunglückten Aeroflot-Maschine gefunden worden. Sie sollen nun ausgewertet werden. Beide Flugschreiber seien im Wrack entdeckt worden, hieß es der Agentur Interfax zufolge aus Sicherheitskreisen. Das russische Zwischenstaatliche Luftverkehrskomitee (MAK) kümmere sich um die Auswertung, die jedoch mehrere Tage dauern könne. Um die genaue Unfallursache zu ermitteln, sollen auch Überlebende, Augenzeugen und Flughafenmitarbeiter befragt werden, wie das staatliche Ermittlungskomitee bereits am Sonntag mitteilte.

Technikfehler als Ursache?

Bislang geht die staatliche Fluggesellschaft Aeroflot davon aus, dass ein Technikfehler den Piloten der Maschine vom Typ Suchoi Superjet-100 kurz nach dem Start zum Umkehren zwang. Am Moskauer Flughafen ging die Maschine bei der Notlandung auf dem Rollfeld in Flammen auf.

Medien berichteten von einem möglichen Motorschaden. Es gab aber auch Aussagen von Augenzeugen, nach denen das Flugzeug von einem Blitz getroffen worden sein soll. Als die Maschine mehrmals auf dem Rollfeld des Flughafens aufprallte, platzte nach ersten Erkenntnissen der Ermittler auch der voll befüllte Treibstofftank. Das Feuer breitete sich extrem schnell aus. Der hintere Teil der Maschine stand komplett in Flammen und zog eine dicke Rauchwolke hinter sich her.

Flugzeugtyp weiter im Einsatz

Die Suchoi Superjet-100 ist die erste Neuentwicklung des russischen Flugzeugbaus nach dem Ende der Sowjetunion, der Kurzstreckenflieger ist seit 2011 zugelassen. Aeroflot hat zurzeit 50 Jets dieses Typs im Einsatz, erst im vergangenen Herbst kündigte sie den Kauf von weiteren 100 Maschinen an. Die Jets sollten trotz des Unfalls zunächst weiter im Einsatz bleiben, hieß es.

An Bord des Fluges SU1492 waren 78 Menschen. Unter den Toten sind nach Angaben der Behörden zwei Kinder und ein Flugbegleiter. Viele der Verletzten erlitten laut Rettungskräften Rauchgasvergiftungen. An Bord der Maschine brach Panik aus, wie auf einem im Internet veröffentlichten Video zu hören und zu sehen war. Die Aufnahmen zeigten auch, wie die rechte Tragfläche der Maschine brannte. Das Feuer wurde nach Angaben des Flughafens und des Zivilschutzes schnell gelöscht. Zahlreiche Passagiere hätten das Flugzeug in weniger als einer Minute über Notrutschen verlassen, teilte Aeroflot mit.

Handgepäck als Problem?

Nach Einschätzung des Luftfahrtexperten Cord Schellenberg könnte das Verhalten einiger Passagiere dennoch die Evakuierung des Flugzeugs behindert haben.

"Schaut man sich die Bilder an, die nach dem Unglück in Umlauf kamen, fällt auf, dass auf dem Flugfeld rund um das brennende Flugzeug mehrere Menschen mit Rollkoffern zu sehen sind. Offenkundig haben sie ihr Handgepäck aus der Unglücksmaschine mitgenommen", sagte Schellenberg tagesschau.de.

© ARD

Ermittler haben in der Aeroflot-Maschine beide Flugschreiber gefunden: Sie sollen Auskunft über die Ursache des Unglücks am Moskauer Flughafen mit 41 Toten geben. Bilder vom Rollfeld, die Menschen mit Koffern zeigen, werfen Fragen auf.