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Rollstuhlfahrer am Schreibtisch
© pa/dpa/Robert Schlesinger
© pa/dpa/Robert Schlesinger

Rollstuhlfahrer am Schreibtisch

Natürlich sind Betriebs- oder Personalräte für alle Beschäftigten zuständig – ob sie nun schwerbehindert sind oder nicht. Aber weil die Betroffenen oft ganz andere Probleme im Arbeitsalltag bewältigen müssen, hat der Gesetzgeber ihnen das Recht auf einen eigenen Ansprechpartner zugestanden: die Schwerbehindertenvertretung.

Zahlreiche Aufgaben für Schwerbehindertenvertretungen

Eine Vertrauensperson und mindestens ein Stellvertreter werden für vier Jahre gewählt. Wobei deren Aufgabe weit über darüber hinausgeht, ein offenes Ohr für schwerbehinderte Kolleginnen und Kollegen zu haben. Sie schauen sich den Arbeitsplatz genauer an. Welche Hilfsmittel braucht der Betroffene, um sich entsprechend auch einbringen zu können? Werden die Schutzbestimmungen für Schwerbehinderte auch eingehalten und gelingt es, sie vollständig in die Belegschaft einzubinden? Auch wenn es um die Einstellung, eine Kündigung oder die Bezahlung geht, hat die Vertrauensperson ein Wörtchen mitzureden. Und gefragt ist sie auch, wenn im Laufe eines Berufslebens oder nach einem Unfall ein Kollege oder eine Kollegin plötzlich schwerbehindert ist.

Schwerbehindertenvertreter genießen besonderen Kündigungsschutz

Die Schwerbehindertenvertretung kann dann mit dafür sorgen, dass der Arbeitsplatz erhalten bleibt, beispielsweise durch einen entsprechenden technischen Umbau oder eine Umschulung. Ihre Vertrauensperson sowie deren Stellvertretung wählen dürfen ab heute nur die Schwerbehinderten im Betrieb. Zur Wahl stellen können sich alle, die sich diese Aufgabe zutrauen. Mit dieser macht man sich nicht immer bei allen beliebt. Ein Grund für den Gesetzgeber, den Schwerbehindertenvertretern einen besonderen Kündigungsschutz zuzugestehen.