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Bundesverkehrsminister Volker Wissing sieht dringenden Handlungsbedarf bei der Deutschen Bahn

Bundesverkehrsminister Volker Wissing sieht dringenden Handlungsbedarf bei der Deutschen Bahn

Bildrechte: picture alliance/dpa | Britta Pedersen
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Verkehrsminister Wissing: Bahn kann und muss besser werden

Bundesverkehrsminister Volker Wissing will die Probleme bei der Deutschen Bahn anpacken. Eine Forderung: Zuverlässigkeit. Auch zur angekündigten "Generalsanierung" hat er klare Vorstellungen.

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Um den Betrieb für Millionen Fahrgäste und Güterzugkunden zuverlässiger zu machen, sieht Bundesverkehrsminister Volker Wissing dringenden Handlungsbedarf bei der Deutschen Bahn. Der FDP-Politiker, der seit einem halben Jahr im Amt ist, sagte: "So wie es im Augenblick ist, kann es nicht bleiben. Die Bahn kann und sie muss besser werden. Darüber sei er mit Bahnchef Richard Lutz einig. Er habe viele Gespräche unter anderem mit dem bundeseigenen Konzern geführt, um zu prüfen, wo genau die Probleme liegen. Die Ergebnisse seien in ein Konzept geflossen, das aufzeige, wie man die Probleme angehen wolle. Es soll noch in diesem Monat vorgestellt werden.

Wissing: Bahn soll "eine echte Alternative" werden

"Ich will, dass die Bahn für die Bürgerinnen und Bürger eine echte Alternative wird", sagte Wissing. Die Bahn müsse begeistern können, durch attraktive Züge, eine effiziente Taktung und vor allem durch Pünktlichkeit. Er wolle dafür sorgen, dass die notwendigen Maßnahmen ergriffen werden, um die Gesellschaft mobil zu halten, so Wissing. Dazu gehöre die Bahn. "Ich sehe Defizite und die will ich beseitigen. Ich bin ambitioniert", so der Minister.

Die Bahn hat gerade mit operativen Problemen zu kämpfen. Das Ziel, in diesem Jahr im Fernverkehr eine Pünktlichkeit von 80 Prozent zu erreichen, hatte Bahnchef Lutz gekippt. Bei der Pünktlichkeitsquote hätten 80 Prozent der Züge mit höchstens sechs Minuten Verspätung am Ziel ankommen dürfen.

Minister fordert minimale Auswirkungen bei Reparaturen

Der Bahnchef kündigte zudem eine "Generalsanierung" wichtiger Strecken an. Ziel ist demnach der Aufbau eines "Hochleistungsnetzes". Bahnkunden müssen sich dadurch aber auf Sperrungen für Baustellen und Umleitungen einstellen. Das Ziel der Bahn ist, den Bahnverkehr auszubauen, zugleich aber den Sanierungsstau zu bekämpfen.

Wissing sagte, das Netz der Bahn müsse von Grund auf modernisiert werden. Das sei die Grundlage für mehr Pünktlichkeit, schnellere Verbindungen und ein insgesamt attraktiveres Angebot. Eine zentrale Maßnahme sei es, dass das Netz technisch so ausgestattet werde, dass bei einer Reparatur oder Einrichtung einer Baustelle der Netzbetrieb minimal gestört werde. "Es gibt dafür technische Möglichkeiten, und die wollen wir nutzen", so der Minister. Die Streckensanierung dürfe nicht zu Lasten der Bahnnutzerinnen und -nutzer erfolgen. Die Anforderung, dass der Betrieb gut weiter laufe, stellten auch die gesamte Industrie und die Wirtschaft zu Recht.

Wissing: "Brauchen eine klare Zielvereinbarung"

Wissing machte mit Blick auf die Konzernführung der Bahn zudem deutlich: "Wir brauchen eine klare Zielvereinbarung für den neuen Infrastrukturvorstand. Zuverlässigkeit ist ein Schlüsselkriterium für die Position der Bahn im Wettbewerb der Verkehrsträger." Der langjährige Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla hatte die Bahn verlassen.

SPD-Fraktionsvize Detlef Müller begrüßte, dass Wissing und Bahnchef Lutz die Steigerung der Zuverlässigkeit der Bahn zur Chefsache erklärten. Es brauche "auch weiter ein klares Bekenntnis zur Bahn als Infrastrukturträger der Zukunft." Das bedeute mehr Mittel für den Schienenausbau schon im kommenden Haushalt 2023, eine deutliche Beschleunigung von Planungs- und Umsetzungsprozessen und vor allem eine tragfähige Konzeption für die zu entwickelnde Infrastruktursparte der Deutschen Bahn AG, sagte Müller: "Es braucht nicht nur Absichtserklärungen und Bekenntnisse, sondern Taten."

Der stellvertretende Vorsitzende der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG, Martin Burkert, sagte, die Bahn brauche dauerhaft eine ausreichende Finanzierung der Infrastruktur. Die ersten Erfahrungen mit dem 9-Euro-Ticket zeigten, dass dieses Angebot angenommen werde: "Die Menschen sind bereit, auf die Bahn umzusteigen; aber dafür brauchen wir Nachhaltigkeit."

Kunde zieht 9-Euro-Ticket aus Automat

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