Bevor am Sonntag die Friedenspflicht beginnt, hat die Gewerkschaft Verdi noch weitere Warnstreiks angekündigt.
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Hendrik Schmidt

Bevor am Sonntag die Friedenspflicht beginnt, hat die Gewerkschaft Verdi noch weitere Warnstreiks angekündigt.

Per Mail sharen
Artikel mit Bild-InhaltenBildbeitrag

Verdi kündigt vereinzelte Warnstreiks bis Sonntag an

Bevor am Sonntag die Friedenspflicht beginnt, hat die Gewerkschaft Verdi noch weitere Warnstreiks angekündigt. Diese sollen vor allem Kliniken treffen. In Bayern ist an diesem Freitag etwa die Müllabfuhr in Augsburg von einem Warnstreik betroffen.

Über dieses Thema berichtet: BR24 am .

Nach dem Scheitern der Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst greift nun ein Schlichter ein. Ab Sonntag darf es während der Zeit der Schlichtung keine Arbeitsniederlegungen mehr geben. Bis dahin hat Verdi-Chef Frank Werneke aber noch einzelne Warnstreiks angekündigt.

Ab Sonntag gilt Friedenspflicht

"Wir planen einzelne Warnstreiks in verschiedenen Teilbereichen, darunter auch in Kitas oder Kliniken", sagte Werneke der "Süddeutschen Zeitung". Es werde sich jedoch vor allem um Informationsformate handeln, es sei nicht geplant, ganze Verwaltungen oder Unternehmen lahmzulegen.

In Bayern wird am heutigen Freitag in Augsburg erneut der Abfallwirtschafts- und Stadtreinigungsbetrieb bestreikt. Wie die Stadt mitteilte, wird bei der Müllabfuhr, der Straßenreinigung sowie in allen Wertstoffsammelpunkten und in der Deponie Augsburg-Nord nicht gearbeitet. Nicht betroffen vom Streik ist die Leerung der gelben Wertstofftonnen.

Flächendeckende Streiks drohen

Die Tarifverhandlungen für die 2,4 Millionen Angestellten von Bund und Kommunen waren in der Nacht zum Donnerstag gescheitert. Die Arbeitgeberseite leitete die Schlichtung ein. Das Verfahren beginnt am Sonntag, ab dann herrscht Friedenspflicht. Bis etwa Mitte April gibt es daher laut Werneke keine Warnstreiks mehr. Für die Zeit danach könne er nichts ausschließen.

"Wenn das Ergebnis der Schlichtung und der dann darauf folgenden erneuten Verhandlungen nicht ausreicht, müssten wir über einen flächendeckenden Streik entscheiden", sagte er. Verdi gehe aber konstruktiv in die Schlichtung. Damit sie gelingt, müssten die Arbeitgeber jedoch "den sozialen Ausgleich in ausreichender Höhe anbieten, den sie gestern Nacht verweigert haben".

Gewerkschaften fordern 10,5 Prozent mehr Lohn

Die Gewerkschaft Verdi und der Beamtenbund dbb fordern 10,5 Prozent mehr Einkommen, mindestens aber 500 Euro mehr im Monat für die 2,5 Millionen Beschäftigen im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen.

Die Arbeitgeber boten laut Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) 8 Prozent mehr Einkommen und einen Mindestbetrag von 300 Euro an – dazu eine steuerfreie Einmalzahlung von 3.000 Euro mit einer Auszahlung von 1.750 Euro bereits im Mai.

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!