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Verdacht auf Sabotage: Weite Teile Venezuelas ohne Strom | BR24

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Im Krisenstaat Venezuela ist seit mehreren Stunden der Strom ausgefallen. Grund ist offenbar eine Havarie am Guri-Stausee. Die Regierung beschuldigt die Opposition der Sabotage.

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Verdacht auf Sabotage: Weite Teile Venezuelas ohne Strom

Im Krisenstaat Venezuela ist seit mehreren Stunden der Strom ausgefallen. Grund ist offenbar eine Havarie am Guri-Stausee. Die Regierung beschuldigt die Opposition der Sabotage.

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Zur Hauptverkehrszeit ist es in Venezuela zu einem weitreichenden Stromausfall gekommen. In der Hauptstadt Caracas und 15 der insgesamt 23 Bundesstaaten ist die Elektrizitätsversorgung zusammengebrochen.

In Caracas gab es ein Verkehrschaos, weil die U-Bahn und zahlreiche Ampeln ausfielen. Probleme gab es auch am Hauptstadtflughafen Simón Bolívar. Bewohner der Stadt versuchten vor Einbruch der Dunkelheit nach Hause zu kommen.

In Venezuela kommt es immer wieder zu Ausfällen in der Energieversorgung, allerdings bislang nicht in diesem Ausmaß. Venezuelas Elektrizitätsminister Luis Motta führte den Vorfall auf einen Sabotageangriff auf das Wasserkraftwerk am Guri-Stausee zurück, ohne dafür Beweise zu liefern. Der Guri-See gehört zu den größten Wasserkraftwerken der Erde. Er liefert bis zu 70 Prozent der Energie des südamerikanischen Landes. Nach Angaben von Motta ist er das "Rückgrat der Energieversorgung".

Gegenseitige Beschuldigungen im politischen Machtkampf

Die Regierung von Machthaber Nicolás Maduro gibt dafür politischen Gegnern die Schuld, die diese Probleme willentlich herbeiführten. Seine Kritiker hingegen sehen in Korruption und mangelnden Investitionen in das Stromnetz die Gründe für die Ausfälle.

Allmählich wird im Land mit den größten Ölreserven der Welt auch das Benzin knapp. An Tankstellen stehen Menschen mit Kanistern stundenlang Schlange, berichtet die Nachrichtenagentur AP.

Seit die USA Ende Januar die staatliche venezolanische Ölgesellschaft PDVSA mit Sanktionen belegt haben, um Druck auf Präsident Maduro auszuüben, schwinden die Vorräte. Beobachter warnen, dass dies die Versorgungslage für die Menschen im Land weiter verschlechtern könne, weil Venezuela in erster Linie durch den Ölhandel Devisen erwirtschaftet.

In dem einst reichen Land verfällt die Infrastruktur rasant. Zudem müssen Lebensmittel importiert werden und sind teuer, Medikamente sind knapp, die Währungsinflation schreitet weiter voran.

Zwischen Nicolas Maduro und dem Oppositionsführer Juan Guaidó tobt seit Monaten ein Machtkampf, in dessen Folge Maduro Hilfsgüter-Lieferungen aus dem Ausland blockierte. Guaidó hatte sich selbst zum Übergangspräsidenten ernannt und ist von den USA und vielen europäischen Staaten, auch von Deutschland, anerkannt worden.

Maas bekräftigt Sanktionspolitik gegen Maduro

Bundesaußenminister Heiko Maas bekräftigte zuletzt die Entschlossenheit der EU, Guaidó weiter zu unterstützen. "Schon beim letzten Treffen der Außenminister ist darüber gesprochen worden, dass der Zeitpunkt kommen kann, in dem auch weitere Sanktionen der Europäischen Union gegen das Maduro-Regime in Venezuela ergriffen werden müssen", sagte er im ZDF. "Wir wollen, dass es zu einer friedlichen Lösung kommt, dass der internationale Druck so hoch bleibt, dass letztlich auch das Maduro-Regime einlenkt." Ziel seien freie Wahlen.