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Verbrechen in Hille: Höchststrafen im Dreifachmordprozess | BR24

© picture alliance/Friso Gentsch

Angeklagte mit ihren Verteidigern im Gerichtssaal.

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Verbrechen in Hille: Höchststrafen im Dreifachmordprozess

Lebenslange Haft für beide Angeklagten: So lautet das Urteil des Bielefelder Landgerichts im Prozess um den Dreifachmord in Hille (Kreis Minden-Lübbecke). Die Männer haben nach Ansicht der Richter drei Menschen ermordet.

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Das Bielefelder Landgericht hat am Freitag die beiden Angeklagten im Prozess um den Dreifachmord im Hille zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt und eine besondere Schwere der Schuld festgestellt.

Der Ältere von beiden Angeklagten muss außerdem in Sicherungsverwahrung. Er wurde wegen Mordes in drei Fällen verurteilt, der zweite Angeklagte wegen zweifachen Mordes. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, eine Revision am Bundesgerichtshof ist möglich.

Leichen waren vergraben worden

Die Richter hielten es für erwiesen, dass beide Täter in Hille bei Minden drei Menschen ermordet haben: Einen 72-jährigen Nachbarn, einen 64-jährigen Hilfsarbeiter und einen 30 Jahre alten Familienvater.

Im Frühjahr vergangenen Jahres waren die entstellten Leichen der Opfer ausgegraben worden. Zwei davon waren in einer Grube verscharrt, einen Toten fand die Polizei in einer Pferdebox. Gefunden wurden die Leichen, als die Ehefrau des letzten Opfers die Polizei im Frühjahr 2018 nach Hille schickte. Ihr Mann war von einem Treffen mit Jörg W. nicht zurückgekehrt.

Angeklagte bezichtigten sich gegenseitig

Der Fall hatte bundesweit schockiert. Der Hofbetreiber Jörg W. (53) und sein Ziehsohn, der frühere Zeitsoldat Kevin R. (25), hatten sich gegenseitig der Taten bezichtigt. Beide behaupteten, dem jeweils anderen lediglich bei der Beseitigung der Leichen geholfen zu haben. Die Staatsanwaltschaft hatte lebenslange Haftstrafen für beide Angeklagte gefordert, außerdem die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld.

Verteidigung: Schuld nicht erwiesen

Die Staatsanwaltschaft und auch die Anwälte der Opfer waren von Anfang an davon überzeugt: die Angeklagten mordeten aus Habgier. Es ging ihnen demnach um die Rente des Nachbarn und darum, an Bargeld zu kommen. Beide Angeklagte sind nach einem Gutachten geistig gesund und voll schuldfähig. Die Anwälte von Jörg W. und Kevin R. sahen in dem Indizienprozess die Schuld ihrer Mandanten als nicht erwiesen an.