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Verbraucherzentrale will staatliches Tierwohllabel | BR24

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Hausschweine in einem Stall

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Verbraucherzentrale will staatliches Tierwohllabel

Weniger Fleischkonsum: Dazu rät Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (VZBV) als Konsequenz aus dem Fall Tönnies. Im Interview auf Bayern 2 erneuerte er außerdem seine Forderung nach einem staatlichen Tierwohllabel.

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"Wenn man in die Vergangenheit guckt, dann war es völlig normal, dass wir weniger Fleisch gegessen haben", sagte Klaus Müller im Interview mit der radioWelt auf Bayern 2.

"Alle Ärzte sagen uns, es ist auch wesentlich gesünder für uns selber, wenn man hier ein bisschen Maß hält. Und auch aus Klimagesichtspunkten wissen wir, zu viel Fleischproduktion ist ein riesiges Problem für den Klimaschutz. Also unter dem Strich gibt es viele gute Gründe dafür, weniger, aber dafür besseres Fleisch zu verzehren." Klaus Müller

Staatlichen Tierwohllabel "blockiert und politisch nicht gewollt"

Der Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes wiederholte im Interview seine Forderung nach einem staatlichen Tierwohllabel. "Schon der letzte Landwirtschaftsminister, Herr Schmidt [Anmerkung: Christian Schmidt, CSU], hatte das angekündigt, aber es wird politisch nicht gewollt, es wird blockiert." Mal seien einzelne Bundesländer dagegen, mal Bundestagsfraktionen, mal irgendwelche Interessensverbände, beklagte Müller.

"Es gibt einfach eine große Gruppe, die von dem jetzigen System profitiert und kein Interesse an einer Änderung hat." Klaus Müller

Es werde momentan alles dafür getan, dass Verbraucher nicht überprüfen könnten, unter welchen Bedingungen Fleisch produziert wurde, so Müller.

Kennzeichnung von Eiern als Vorbild

Wichtig sei, dass sich die Produktionsbedingungen bei der Fleischproduktion ändern und dies der Verbraucher auch erkennen könne.

Als positives Beispiel nannte Müller die Kennzeichnung von Eiern.

"Als es ein verlässliches Eierlabel gab, hat ein Großteil der Bevölkerung gesagt: 'Käfighaltung? Nein, das kommt mir nicht mehr auf den Tisch, das verdirbt mir die Sonntags-Morgen-Eierlaune.'" Klaus Müller
© BR

Als Konsequenz aus dem Fall Tönnies rät die Verbraucherzentrale Bundesverband zu weniger Fleischkonsum. "Wenn man in die Vergangenheit guckt, dann war es völlig normal, dass wir weniger Fleisch gegessen haben", sagte Verbands-Chef Klaus Müller.

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