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Verbot von Menthol-Zigaretten in der EU tritt in Kraft | BR24

© BR/ Johanna Schlüter

Menthol-Zigaretten dürfen ab heute in der Europäische Union nicht mehr verkauft werden.

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    Verbot von Menthol-Zigaretten in der EU tritt in Kraft

    Menthol-Zigaretten dürfen ab heute in der Europäische Union nicht mehr verkauft werden. Es ist das Ende einer vierjährigen Übergangsphase. Ziel der Regel ist, die Raucherquote bei Jugendlichen zu senken.

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    Ab Mittwoch haben Raucher mit Vorliebe für Menthol-Zigaretten und ohne Vorrat ein Problem: Denn in der EU tritt endgültig ein Verkaufsverbot für ausnahmslos alle Zigaretten und Drehtabak mit charakteristischen Aromen in Kraft.

    Es ist das Ende einer vierjährigen Übergangsphase für Produkte mit einem höheren Marktanteil als drei Prozent. In Deutschland betrifft das laut einer Studie von 2016 immerhin 2,1 Prozent der Raucher, wie aus einer Studie in der Fachzeitschrift Tobacco Induced Diseases hervorgeht. In anderen EU-Staaten wie Polen ist die Quote deutlich höher.

    Ziel der Regeln ist die Raucherquote von Jugendlichen zu senken

    Nun geht es den Menthol-Kippen also an den Kragen. Besiegelt wurde ihr Ende allerdings schon vor sechs Jahren als die EU-Tabakrichtlinie nach mühsamen Verhandlungen verabschiedet wurde. 2016 traten die Regeln dann in Kraft. Seitdem müssen auch zwei Drittel der Vorder- und Rückseite von Zigarettenschachteln und Drehtabakverpackungen für Schockbilder und aufklärende Warnhinweise reserviert sein. Ziel der Regeln ist, die Raucherquote von Jugendlichen zu senken und "Fälle der vorzeitigen Sterblichkeit" zu reduzieren.

    Menthol in Zigaretten: schmerzlindernde Wirkung ein Problem

    Aber was ist so schlimm an Menthol-Zigaretten? "Das größte Problem an dem Menthol ist, dass es eine kühlende und schmerzlindernde, leicht betäubende Wirkung hat", sagt Katrin Schaller von der Stabsstelle Krebsprävention des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg. Dies führe dazu, dass der normalerweise kratzige Rauch leichter zu inhalieren sei. Das mache Mentholzigaretten vor allem für Rauch-Neulinge attraktiv.

    Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben weltweit jährlich acht Millionen Menschen vorzeitig an den Folgen von Zigarettenkonsum. Aus gesundheitspolitischer Sicht sei das EU-Verbot also zu begrüßen, sagt Schaller.

    Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Tabakwirtschaft hat einen Vorrat angelegt

    Jan Mücke spricht hingegen von einer "bedauernswerten Entscheidung" und einer "willkürlichen Regulierung" auf EU-Ebene. Er selbst sei Mentholraucher und habe unterm Schreibtisch einen Vorrat angelegt, sagt der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse. Die Begründung für das Verbot überzeugt ihn nicht. Die Quote rauchender Kinder und Jugendlicher gehe schließlich seit Jahren zurück - trotz Mentholzigaretten.

    Anteil jugendlicher Nichtraucher war nie größer

    Tatsächlich ist die Raucherquote der 12- bis 17-Jährigen laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung seit 2001 von 27,5 auf 6,6 Prozent 2018 gesunken. Der Anteil jugendlicher Nichtraucher war nie größer. Auch das Argument, das Menthol erleichtere das Inhalieren des Rauchs, hält Mücke nicht für hinreichend belegt. Kinder- und Jugendschutz habe für seine Branche absolute Priorität, betont er.

    Nachfolgeprodukte für Menthol-Zigaretten

    Das Verbot von Menthol-Zigaretten bedeutet aber nicht, dass Raucher künftig auf Zigaretten mit Menthol-Geschmack verzichten müssen. So weist ein Händler auf seiner Internetseite darauf hin, dass diverse Hersteller mit Nachfolgeprodukten in den Startlöchern stünden. Das deutsche Unternehmen Reemtsma etwa setzt seit April auf Aromakarten.

    Diese müssen einem Sprecher zufolge mindestens eine Stunde in die Zigarettenschachtel gesteckt werden, um ihr Aroma abzugeben. Reemtsma nimmt am Mittwoch vier Zigarettensorten aus dem Sortiment. Einen gestiegenen Absatz der Menthol-Zigaretten habe das Unternehmen zuletzt nicht gespürt, sagt der Sprecher.