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Fehlende Barrierefreiheit auch vielerorts in Bayern ein Problem | BR24

© picture alliance / Robert Schlesinger

Mann im Rollstuhl in einer S-Bahn (Symbolbild)

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Fehlende Barrierefreiheit auch vielerorts in Bayern ein Problem

Zum heutigen internationalen Tag der "Menschen mit Behinderung" weisen Verbände auf Missstände, etwa fehlende Zugänge zu Gebäuden oder Einrichtungen hin. Auch in Bayern gibt es nach wie vor Anlass, bei der Barrierefreiheit nachzubessern.

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Sie führen oft ein Schattendasein: Menschen mit Behinderung sind häufig unter sich, in Förderschulen oder in Behindertenwerkstätten. Am heutigen "Welttag der Menschen mit Behinderung" machen sie auf ihre Situation und bestehende Probleme aufmerksam. Der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Jürgen Dusel, sagte: "Wer heute noch Barrieren baut, baut falsch." Auch in Bayern gibt es genug Fälle, bei denen Nachbesserungsbedarf besteht.

"Barrierefreier" Bahnhof Steinhöring ist nicht behindertengerecht

Steinhöring etwa ist ein kleiner Ort im Landkreis Ebersberg zwischen München und Wasserburg. Hier arbeiten und leben viele Menschen mit Handicap, denn hier hat der Einrichtungsverband Steinhöring Wohngruppen und auch Werkstätten: Viele Menschen der 370 Mitarbeiter sind auf den Rollstuhl angewiesen. Deswegen wurde der Bahnhof auch barrierefrei umgebaut: Eine Rampe führt zum Bahnsteig. Aber dann ist Schluss mit Barrierefreiheit.

Für Gesunde ist es nur ein kleiner Schritt - aber für Rollstuhlfahrer eine unüberwindbare Lücke: Der 20-Zentimeter-Abstand zwischen Bahnsteig und Zugtür. Auf der Strecke fahren nämlich Züge älterer Baureihe. Die sind höher als der Bahnsteig und haben zusätzlich noch Stufen zum Einsteigen. Zwar gibt es am Bahnhof Steinhöring mittlerweile eine sogenannten Hublift, doch der muss von Bahnpersonal bedient werden. Diesen Service muss man mindestens einen Tag vorher anmelden.

Barrierefrei studieren: an der Uni Würzburg kaum mehr ein Problem

Das es auch anders geht, zeigt ein Blick nach Würzburg: Die größten Hürden für körperlich beeinträchtigte Studenten hat die Universität dort in den letzten Jahren beseitigt. Besonders wichtig war dies wegen der vielen historischen Lehrgebäude in der Würzburger Innenstadt. Diese waren oft nur schwer erreichbar.

Heute sind alle Fakultätsgebäude auch für Studenten mit Behinderung zugänglich: Die neueren Lehrstellen sind alle barrierefrei. An älteren Gebäuden wurden zusätzlich Rampen und Sehhilfen, wie etwa größere Schilder, angebracht. Außerdem gibt es eine Kontakt- und Informationsstelle in der Würzburger Universität: Studenten mit psychischen und körperlichen Erkrankungen können sich hier beraten lassen und Unterstützung beantragen.

© BR

Menschen mit Behinderungen sollen in ganz Bayern die Chance auf eine allgemeine Arbeitsstelle bekommen. Das haben Sozialministerium, Arbeitsagenturen und Bezirkstag in Nürnberg vereinbart.