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Venezuela: Guaidó ruft zu Marsch auf Caracas auf | BR24

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In Venezuela liegen angesichts beispielloser Stromausfälle die Nerven blank. Der selbst ernannte Interimspräsident Guaidó will bei einer Tour durchs Land für Unterstützung trommeln. Doch auch sein Widersacher Maduro bringt Anhänger auf die Straße.

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Venezuela: Guaidó ruft zu Marsch auf Caracas auf

Im Machtkampf mit Präsident Maduro ruft Oppositionsführer Guaidó zum Marsch auf Venezuelas Hauptstadt Caracas auf. Maduro erklärte, er werde nicht aufgeben. Noch immer dauert in einigen Provinzen der Stromausfall an.

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In Venezuela versucht Oppositionsführer Juan Guaidó den Druck auf Präsident Nicolás Maduro zu erhöhen: Der selbst ernannte Übergangspräsident rief zu einem Marsch auf die Hauptstadt Caracas auf.

Vor Tausenden Anhängern in der venezolanischen Hauptstadt kündigte Guaidó eine Rundreise durch das Land an, an deren Abschluss er das Datum für den Marsch bekannt geben werde. "Wir werden alle zusammen nach Caracas kommen," versicherte der 35-Jährige vor jubelnden Anhängern.

Guaidó erklärte, er werde notfalls auf eine Intervention aus dem Ausland setzen, "wenn die Zeit gekommen ist". Unter Berufung auf die Verfassung erklärte er, diese erlaube einen venezolanischen Militäreinsatz im Ausland, "oder von Ausländern im Land".

"Alle Optionen liegen auf dem Tisch", rief der Oppositionsführer in Anspielung auf ein Zitat von US-Präsident Donald Trump, der einen US-Militäreinsatz in Venezuela wiederholt nicht ausgeschlossen hatte.

Demonstranten gestoppt

Während der Demonstration kam es zu Auseinandersetzungen: Regierungsgegner und Polizisten gerieten aneinander. Unter anderem auf dem Weg zu einer der Hauptstraßen im Zentrum der Stadt, der Avenida Victoria, wurden Demonstranten von Polizisten mit Schutzschilden gestoppt. "Wir leben in einer Diktatur - wir wollen Demokratie", sagte ein Demonstrant im Fernsehsender TVV.

Mitglieder der Nationalgarde sowie Polizeieinheiten hatten sich in Erwartung von Protesten für den selbst ernannten Übergangspräsidenten Juan Guaidó an mehreren Kreuzungen in der Stadt positioniert. Sie blockierten die Straßen und ließen die Demonstranten nicht passieren, wie im Fernsehen zu sehen war. Medienberichten zufolge setzten die Beamten teilweise auch Pfefferspray ein.

Maduro: Wir ergeben uns nicht

Parallel zu dem Protest der Opposition hatte Guaidós Gegenspieler Präsident Nicolás Maduro zu einer Demonstration seiner Anhänger gegen den "Imperialismus" aufgerufen. "Heute sind wir mehr denn je Antiimperialisten. Wir werden uns nie ergeben!" schrieb der Staatschef im Kurzmitteilungsdienst Twitter.

Guaidó will Maduro aus dem Amt drängen und Neuwahlen organisieren. Die Opposition macht Maduro für die seit Jahren andauernde Rezession verantwortlich, die die Bevölkerung in Armut gestürzt und zu Engpässen bei Grundversorgungsgütern geführt hat.

Patienten leiden unter Stromausfall

Während der Machtkampf weiter offen ist, bleibt das Land von einem massiven Stromausfall betroffen. In Teilen der Hauptstadt war die Energieversorgung nicht stabil, wie Augenzeugen berichteten. Sechs von 23 Bundesstaaten waren bis zum Nachmittag weiter ohne Strom, wie der Vizechef der regierenden Sozialistischen Partei, Diosdado Cabello, im Staatsfernsehen sagte.

Guaido kritisierte, die Regierung sei nicht in der Lage, die von ihr selbst verursachte Elektrizitätskrise zu bewältigen. Maduro hingegen führt den Stromausfall auf Sabotageakte zurück, für die die USA verantwortlich seien.

Nach Auskunft der Nichtregierungsorganisation "Doctors for Health" kamen im Zuge des Stromausfalls insgesamt 17 Menschen ums Leben, neun davon in Notfallambulanzen.

Die Nichtregierungsorganisation "Codevida" teilte mit, 15 Dialyse-Patienten seien gestorben, weil sie wegen des Stromausfalls nicht versorgt werden konnten.

In Krankenhäusern sorgte der Blackout für chaotische Zustände. Die meisten Kliniken haben keine Generatoren oder nutzen sie nur in Notfällen.