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Nach dem angekündigten Durchfahrtsverbot für große Kreuzfahrtschiffe sieht die Unesco davon ab, Venedig als "bedrohtes" Welterbe einzustufen.

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    Venedig und Budapest: Welterbe-Titel nicht bedroht

    In Venedig waren es vor allem die Kreuzfahrtschiffe, in Budapest sind es Entwicklungsprojekte - trotzdem hat die Unesco die italienische Lagunenstadt und die ungarische Hauptstadt erstmal nicht auf die Liste der gefährdeten Kulturstätten gesetzt.

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    • BR24 Redaktion

    Venedig und Budapest sind knapp einer Einstufung als bedrohtes Welterbe entgangen. Trotz Sorgen über die beiden Kultur- und Naturstätten sah das zuständige Komitee der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation (Unesco) auf seiner 44. Sitzung in der chinesischen Stadt Fuzhou davon ab, die beiden europäischen Touristenattraktionen auf die Rote Liste gefährdeter Stätten zu setzen.

    Venedig verbannt große Kreuzfahrtschiffe

    Venedig konnte die Einstufung durch das erst vor gut einer Woche verkündete Durchfahrtsverbot für große Kreuzfahrtschiffe durch Teile der Lagune vermeiden. Das Komitee begründete seinen Beschluss mit dem ab 1. August geltenden Verbot sowie den geplanten Maßnahmen für langfristige Lösungen für den Schiffsverkehr, bei denen Optionen außerhalb der Lagune Vorrang haben und andere Häfen in der Region angelaufen werden sollen.

    Die Unesco hatte sich zuvor noch besorgt über die Auswirkungen des Tourismus und der Kreuzfahrtindustrie und die möglichen Schäden für Gebäude sowie über geplante Infrastruktur- und Bauprojekte in Venedig geäußert. Auch wurde auf die Auswirkungen des Klimawandels und extremer Wetterereignisse auf die Lagune und Bausubstanz verwiesen.

    Ungarn bekommt Frist

    Auch Ungarns Hauptstadt Budapest mit ihrem Donauufer, dem Burgviertel und der Andrássy Allee entging zumindest vorerst einem Eintrag in die Rote Liste. Das Welterbekomitee will in einem Jahr nochmal darüber beraten. Als Hauptgrund wurde genannt, dass ein Managementplan für die Welterbestätte aufgrund der Pandemie nicht wie vorgesehen fertiggestellt werden konnte. So wurde Ungarn mehr Zeit eingeräumt.

    Die Unesco ist besorgt über große Bauprojekte, hohe Gebäude, Abrissarbeiten, unangemessene Entwicklungen im jüdischen Viertel, unangebrachte Nutzung öffentlicher Anlagen und erhöhten Verkehr. In einem Dokument war von "unmittelbaren Bedrohungen" für den einzigartigen universellen Wert die Rede. Auch wurden Meinungsverschiedenheiten mit der ungarischen Seite über die Sorgen der Unesco genannt.

    Fünf Bewerbungen aus Deutschland

    Das Welterbekomitee tagt noch bis zum 31. Juli online und vor Ort. Es setzt sich aus 21 gewählten Vertragsstaaten der Welterbekonvention zusammen. Es entscheidet in der Regel jährlich darüber, welche Kultur- und Naturstätten neu in die Welterbeliste aufgenommen werden und befasst sich mit dem Zustand von Stätten, die bereits auf der Liste stehen. Wegen der Pandemie war die Tagung im vergangenen Jahr verschoben worden. Auf der Welterbeliste sind aktuell 1.120 Kultur- und Naturstätten in 167 Ländern. 51 davon gelten als bedroht. Deutschland verzeichnet 46 Welterbestätten.

    Auf der Tagung sind unter den rund 40 Nominierungen für neue Welterbestätten auch fünf Bewerbungen aus Deutschland: Die Künstlerkolonie Mathildenhöhe in Darmstadt, das jüdische Kulturerbe in Mainz, Speyer und Worms, die Kurorte Baden-Baden, Bad Ems und Bad Kissingen als Teil bedeutender historischer Bäder in Europa sowie die römischen Grenzwälle Donaulimes und Niedergermanischer Limes. Über diese Anträge soll vom kommenden Wochenende an beraten werden.

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