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Vatikanzeitung: Frauen-Redaktion tritt geschlossen zurück | BR24

© picture alliance / AP Photo

Lucetta Scaraffia, Gründerin und Herausgeberin der vatikanischen Frauenzeitschrift "Donne Chiesa Mondo"

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    Vatikanzeitung: Frauen-Redaktion tritt geschlossen zurück

    Die Redaktion des Frauenmagazins der Vatikanzeitung "Osservatore Romano" ist aus Protest gegen Einflussnahme durch den neuen Chefredakteur zurückgetreten. Die Frauen sehen sich unter "direkter Kontrolle von Männern".

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    Die Frauenzeitschrift "Donne Chiesa Mondo" (Frauen Kirche Welt) hat immer wieder auch für den Vatikan unangenehme Themen aufgegriffen, zuletzt den Missbrauch von Nonnen und die Unterdrückung von Frauen in der katholischen Kirche. Papst Franziskus räumte daraufhin ein, dass es solche Übergriffe gebe: "Es ist wahr, das ist ein Problem." Jetzt sind die Macherinnen des Blatts aus Protest gegen die Einflussnahme durch den neuen Chefredakteur zurückgetreten. Sie fühlen sich unter Druck gesetzt. Anscheinend solle eine "vitale Initiative" zum Schweigen gebracht werden, so Herausgeberin Lucetta Scaraffia.

    "Klima des Misstrauens" in der Redaktion

    "Wir werfen das Handtuch, weil wir uns von einem Klima des Misstrauens umgeben fühlen, in dem uns zunehmend die Legitimation abgesprochen wird", schreibt Scaraffia in einem offenen Brief an Papst Franziskus. Die direkte Kontrolle von Männern sei der Grund, warum sie und alle übrigen zehn Mitarbeiterinnen der Redaktion den Rücken kehren. Scaraffia schreibt von einer Rückkehr zum "alten und starren Brauch, als verlässlich geltende Frauen von oben und unter direkter männlicher Kontrolle auszuwählen."

    Männer-Kontrolle in Frauenzeitschrift?

    Die Kritik richtet sich offenbar an Andrea Monda, den neuen Chefredakteur der Vatikanzeitung "Osservatore Romano", unter deren Dach das Frauenmagazin "Donne Chiesa Mondo" erscheint - zuerst ab 2012 als Beilage, seit 2016 als eigenständiges Magazin. Monda wehrt sich gegen die Kritik der zurückgetretenen Mitarbeiterinnen. Er habe den Frauen der Redaktion die gleiche totale Autonomie und Freiheit gewährt, die sie seit Gründung der Zeitschrift gehabt hätten und er habe niemanden nach dem Kriterium des Gehorsams ausgewählt.