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Vatikan-Dokument: Schreiben aus Rom "wird sich erübrigen" | BR24

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Ein Schreiben aus Rom sorgt für Streit in der katholischen Kirche. Das Vatikan-Papier schränkt die Möglichkeit zur Mitbestimmung von Laien weiter ein. Das sei realitätsfern, so Thomas Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken.

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Vatikan-Dokument: Schreiben aus Rom "wird sich erübrigen"

Ein Schreiben aus Rom sorgt für Streit in der katholischen Kirche. Das Vatikan-Papier schränkt die Möglichkeit zur Mitbestimmung von Laien weiter ein. Das sei realitätsfern, so Thomas Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken.

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Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, hat das Vatikan-Papier, das einer stärkeren Rolle von Laien in Kirchengemeinden eine Absage erteilt, scharf kritisiert. Im Interview mit der Bayern 2-radioWelt sagte er:

"Es geht nicht in einer Gesellschaft, in der wir Partizipation gewohnt sind, dass man da von Hirten und Schafen spricht. Das ist ein völlig antiquiertes und völlig überholtes Bild." Thomas Sternberg

Ohne Laien läuft gar nichts

Die Realität in den Kirchengemeinden spiegle das Vatikan-Schreiben mit dem Titel "Die pastorale Umkehr der Pfarrgemeinde im Dienst an der missionarischen Sendung der Kirche" nach Ansicht von Sternberg längst nicht mehr wider. Aufgrund des Priestermangels müssten Pfarrer immer größere pastorale Einheiten verwalten und hätten immer mehr zu tun. Ohne eine Beteiligung von Laien sei dies nicht mehr möglich:

"Laien allein als Helfer und Berater des Klerus - die Zeiten sind nun wirklich vorbei. Es wird kaum sich ein Laie, ein Mann oder eine Frau, finden, die bereit sind, in ein Gremium zu gehen, in dem ihnen gesagt wird, mehr als helfen und unterstützen dürft ihr hier aber nicht. Nein, es muss schon so etwas geben wie eigenständige Gestaltung." Thomas Sternberg

An der Realität vorbei

Sternberg geht davon aus, dass die Instruktion des Vatikans daher in der Praxis keine große Rolle spielen werde: "Wenn ein Papier so weit an der Realität vorbeischießt, dann lege ich es zur Seite und sagte mir, das wird sich genauso erübrigen, wie vieles andere, was da so gekommen ist, wo man geglaubt hat, man könnte durch eine konstruierte Wirklichkeit in eine Entwicklung eingreifen, die längst völlig anders läuft."

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