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Vatikan: Amazonas-Synode stimmt für verheiratete Priester | BR24

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Drei Wochen lang diskutierten Bischöfe und Experten aus Südamerika und anderen Teilen der Welt über die besonderen Herausforderungen der Kirche im Amazonas-Gebiet. Zum Abschluss sprachen sie sich für die Priesterweihe von verheirateten Männern aus.

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Vatikan: Amazonas-Synode stimmt für verheiratete Priester

Präsentation im Vatikan: Die rund 280 Teilnehmer der Amazonas-Synode haben am Abend ihr mit Spannung erwartetes Abschlussdokument vorgelegt. Sie stimmen darin für die Weihe von verheirateten Männern, aber nicht für den Diakonat der Frau.

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Diese 120 Paragrafen waren mit Hochspannung erwartet worden. In ihrem Abschlussdokument haben sich die rund 280 Teilnehmer der Amazonas-Synode für die Zulassung sogenannter "viri probati" ausgesprochen. Demnach sollen in Zukunft in abgelegenen Gemeinden des Amazonas-Gebiets, die besonders unter Priestermangel leiden, im Ausnahmefall auch verheiratete Männer, die zuvor Ständige Diakone waren, die Aufgaben von Priestern ausführen dürfen. Dies bedeutet eine Lockerung, aber durchaus keine Aufhebung des Zölibats.

Synode stimmt für viri probati, aber gegen Frauendiakonat

Bei der von vielen erhofften Zulassung von Frauen zum Diakonat ist der Tenor der Abschlusserklärung zurückhaltender. Es wird lediglich dokumentiert, dass die Forderung während der Beratungen immer wieder laut wurde. Der Diakonat für Frauen wird aber von der Synode nicht explizit unterstützt. Konkreter wird es beim Einsatz für die Rechte von Indigenen im Amazonasgebiet, bei der Würdigung indigener Traditionen und beim Umweltschutz.

Lockerung des Zölibats war besonders umstritten

Für jeden der insgesamt 120 Artikel war eine Zweidrittelmehrheit der 180 anwesenden Synodalen notwendig, also 120 Stimmen. Am wenigsten Einigkeit bestand bei den Artikeln zu viri probati. 41 Bischöfe stimmten gegen den Vorschlag, 128 sprachen sich dafür aus. Gegen die Forderung weiterer Beratungen zum Frauendiakonat stimmten 30 Synodenteilnehmer, 137 waren für weitere Beratungen.

Das Abschlussdokument zur Synode hat keine kirchenrechtlich bindende Kraft, dient aber dem Papst als Entscheidungsgrundlage. Bis Ende des Jahres, so kündigte Franziskus an, wolle er sich in einem eigenen Schreiben zu den Themen der Synode äußern. Der österreichisch-brasilianische Bischof Erwin Kräutler zeigte sich zufrieden mit dem Abschluss-Dokument. "Ich finde es gut. Was drin ist, entspricht dem, was ich mir eigentlich wirklich erwartet habe", so der Amazonas-Bischof gegenüber der Nachrichtenagentur Kathpress.

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Die Amazonas-Synode hat zum Abschluss ein gemeinsames Dokument beschlossen. Darin sind viele Reformschritte zu einer besseren seelsorgerischen Versorgung der Menschen in der Region vorgesehen.