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USA: Welche Rolle Soziale Medien im Wahlkampf spielen | BR24

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Logos von TikTok und Facebook vor US-Flagge

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USA: Welche Rolle Soziale Medien im Wahlkampf spielen

Der US-Wahlkampf ist mehr denn je ein digitaler Wahlkampf. Gerade in Corona-Zeiten. Martin Fuchs, der Regierungen, Parlamente, Parteien und Verwaltungen in digitaler Kommunikation berät, spricht von der digitalsten Wahlkampagne aller Zeiten.

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Im US-Wahlkampf fließen Milliarden Dollar in Wahlwerbung und politische Kommunikation. Allein zwischen dem 1. Juni und dem 13. September dieses Jahres haben beide Kandidaten, Trump und Biden, ungefähr 66 Millionen Dollar für Social Media ausgegeben. Das fand die Syracuse Universität in einer Untersuchung heraus.

Das meiste Geld fließt immer noch in TV-Werbung

Politikberater Martin Fuchs spricht zwar vom digitalsten Wahlkampf aller Zeiten, aber: "Wenn wir schauen, wo das Geld hingeflossen ist - wir reden hier von mehreren Milliarden Dollar - dann sind die meisten Dollar wieder in TV-Werbung gegangen. Man darf nicht vergessen, dass das klassische Fernsehen da noch einen großen Anteil hat."

Denn im Vergleich zu online sind TV-Werbespots wesentlich teurer. Für 30 Sekunden in der Prime Time muss man bis zu 100.000 Dollar zahlen.

Über die Auswirkung von Wahlwerbung sagt Politikberater Fuchs: "Es ist schwierig zu sagen, wie viel Anteil und welche Auswirkung ein Post auf TikTok oder eine Werbung auf Facebook."

Soziale Medien reagieren zu spät

Was auffällt: Die sozialen Netzwerke reagierten in den letzten Wochen mit Maßnahmen, um politische Werbung zu begrenzen und stärker gegen Verschwörungstheorien und Fake News vorzugehen. Twitter gab bekannt, keine politischen Inhalte mehr als bezahlte Werbung zu verbreiten. Facebook lässt Wahlwerbung in der Regel als "freie Meinungsäußerung" durchgehen und sperrt nur zögerlich, so zum Beispiel als Trumps Team in einer Wahlwerbung mit einem Nazi-Symbol vor "linksradikalen Gruppen" warnte.

Für Martin Fuchs kommen diese Anstrengungen zu spät:

"Vieles von dem, was passiert ist, sind kosmetische, kleine Veränderungen, die jetzt keinen großen Einfluss haben werden. Die Polarisierung der Gesellschaft passiert natürlich in den Jahren vorher. Da hat man sehr viel verschlafen." Martin Fuchs, Politikberater

Experten in den USA schätzen die Ausgaben für den diesjährigen Wahlkampf auf enorme 11 Milliarden Dollar.

© BR

Der US-Wahlkampf spielt sich mehr denn je im Digitalen ab, gerade in Zeiten von Covid-19. Martin Fuchs kennt sich mit digitaler Kommunikation aus wie kein Zweiter.

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