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USA sollen Militärschlag gegen Iran geplant haben | BR24

© REUTERS / CARLOS BARRIA

Donald Trump

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USA sollen Militärschlag gegen Iran geplant haben

US-Präsident Trump soll nach dem Abschuss einer US-Drohne durch den Iran Angriffe auf iranische Ziele erwogen haben. Aus iranischen Regierungskreisen verlautete zudem, man sei durch die US-Regierung vor einem möglichen Militärschlag gewarnt worden.

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Der Präsident habe die Angriffe auf den Iran zunächst genehmigt, dann aber wieder abgeblasen, berichten US-Medien unter Berufung auf Regierungsvertreter in Washington. Demnach hätten am Donnerstagabend "eine Handvoll iranischer Ziele" wie Radaranlagen oder Raketensysteme attackiert werden sollen, Flugzeuge seien bereits in der Luft gewesen. Donald Trump habe die Operation dann aber doch noch gestoppt, es habe heftige Diskussionen im Weißen Haus zwischen ihm, seinen höchsten Sicherheitsberatern und Kongressspitzen gegeben.

Iran: Wir wurden von Trump vorgewarnt

Vertreter der iranischen Regierung erklärten in Teheran gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, man habe via Oman in der Nacht zu Freitag eine Vorwarnung der USA über einen bevorstehenden Militärangriff erhalten. Präsident Trump habe in einer Botschaft mitgeteilt, er wolle keinen Krieg, sondern Gespräche über verschiedene Themen. Der Iran habe daraufhin dargelegt, dass der oberste Führer des Iran, Ajatollah Ali Chamenei, Gespräche mit den USA ablehne. Trumps Botschaft werde ihm aber übermittelt. Über die Regierung Omans sei auch mitgeteilt worden, dass ein Angriff auf den Iran regionale und internationale Konsequenzen nach sich ziehen würde.

"Ich kann kaum glauben, dass das Absicht war"

Trump hatte den Abschuss der Drohne zuvor als "sehr großen Fehler" des Iran bezeichnet. Auf die Frage nach einer möglichen Antwort der USA sagte er aber lediglich: "Sie werden sehen!" Auch äußerte der US-Präsident die Vermutung, dass menschliches Versagen hinter dem Abschuss stehen könne oder die iranische Regierung nicht involviert war: "Ich kann mir vorstellen, jemand, ein General vielleicht, hat einen Fehler gemacht und die Drohne abgeschossen", sagte der Präsident bei einem Termin mit Kanadas Premier Trudeau. Er könne sich "nicht vorstellen, dass das Absicht war".

USA bestreiten Eindringen in iranischen Luftraum

Der Streit zwischen Washington und Teheran darüber, ob die Drohne über iranischem Hoheitsgebiet geflogen war, geht unterdessen weiter. Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif bekräftigte im Kurzbotschaftendienst Twitter, dass das unbemannte Fluggerät den iranischen Luftraum verletzt habe, und veröffentlichte die angeblichen Koordinaten des Abschussortes. Er erklärte zudem, Trümmer der Drohne seien in iranischen Hoheitsgewässern gefunden worden.

Die USA widersprachen dem energisch. Das US-Verteidigungsministerium veröffentlichte eine Karte, welche die Flugroute der Drohne zeigen soll. Demnach flog die Drohne nicht über iranische Hoheitsgewässer, sondern befand sich im internationalen Luftraum. Veröffentlicht wurde auch ein Foto mit Koordinaten des Abschussortes, die von jenen abweichen, die Sarif veröffentlichte.

US-Luftfahrtbehörde verhängt Flugverbot

Die US-Luftfahrtbehörde IAA hat inzwischen für amerikanische Passagiermaschinen ein Flugverbot in der Region verhängt. US-Maschinen dürften bis auf Weiteres nicht den vom Iran kontrollierten Luftraum über dem Persischen Golf und dem Golf von Oman durchqueren, teilte die Federal Aviation Administration am mit.

Grund seien "erhöhte militärische Aktivitäten und verschärfte politische Spannungen in der Region". Diese würden ein "Risiko" für US-Zivilflugzeuge darstellen, es gebe zudem die Gefahr von "Fehleinschätzungen" und Verwechslungen. "Der Abschuss eines unbemannten Fluggeräts der USA durch eine iranische Flugabwehrrakete macht das Risiko für die zivile US-Luftfahrt deutlich", warnte die Behörde.

Lufthansa umfliegt Straße von Hormus

Die Lufthansa umfliegt inzwischen wegen der steigenden Spannungen zwischen Iran und den USA die Straße von Hormus. Die Änderung der Flugrouten in dem Gebiet gelte bereits seit Donnerstag, sagte ein Sprecher der Airline. Davon sei aber nicht der gesamte Iran betroffen, Lufthansa fliege die Hauptstadt Teheran weiter an. Auch andere Fluggesellschaften wie die KLM hatten angekündigt, den Luftraum über der Straße von Hormus und dem Golf von Oman bis auf Weiteres nicht mehr zu überfliegen.

Wachsende Spannungen in der Region

Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran hatten in den letzten Monaten ständig zugenommen. Der Abschuss der US-Drohne durch die iranischen Revolutionsgarden in der Nacht zum Donnerstag verstärkte die Befürchtungen vor einer militärischen Eskalation, nachdem eine Woche zuvor zwei Tanker im Golf von Oman mutmaßlich attackiert wurden und die USA den Iran verantwortlich machten. Teheran weist die Vorwürfe bislang zurück.