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US-Wahl: Fällt Texas diesmal an die Demokraten? | BR24

© picture alliance / Austin American-Statesman

Menschen stehen im texanischen Austin an, um vorzeitig ihre Stimme für die US-Wahl abzugeben.

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US-Wahl: Fällt Texas diesmal an die Demokraten?

Texas galt lange als stramm konservativ. Doch der US-Bundesstaat wandelt sich, wird städtischer. Auch der Anteil der hispanischen Bevölkerung wächst. Hat die jahrzehntelange Dominanz der Republikaner bei der Wahl nun ein Ende?

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Christopher Spaeth steht in seiner Wäscherei Comet Cleaners in der texanischen Stadt New Braunfels. Als die Corona-Krise ausbrach, stellte der 41-Jährige sein Geschäft schnell um. Kunden konnten ihre schmutzige Wäsche aus dem Auto heraus abgeben, die gereinigte Wäsche lieferte er nach Hause.

Erholt hat sich sein Unternehmen trotzdem noch nicht, die Einnahmen liegen bei 50 bis 60 Prozent dessen, was vorher eingenommen wurde. Nun versucht Spaeth, die Kosten zu reduzieren - "und durchzuhalten".

Der 41-Jährige nennt sich selbst einen "gun-toting Democrat": Er besitzt Waffen für die Jagd, fühlt sich politisch aber bei den Demokraten zu Hause - anders als viele seiner Mitbürger in New Braunfels. Die Anhängerschaft der Republikaner sei stark, berichtet er, und einmal pro Woche fahre ein Autokorso geschmückt mit Trump-Flaggen durch die Innenstadt - das Klima sei eben eher konservativ.

Konservativ - aber trotzdem im Wandel

Wie wohl kaum ein anderer US-Bundesstaat gilt Texas als stramm konservativ - aus guten Gründen: Seit Jahrzehnten regieren Republikaner hier, stellten mit George H. Bush und George W. Bush auch zwei Präsidenten. 2016 gewann Donald Trump in Texas mit fast neun Prozentpunkten Vorsprung.

Dabei ändert sich der flächenmäßig zweitgrößte Bundesstaat rapide. 29 Millionen Menschen leben hier, Tendenz steigend. Nur Kalifornien hat noch mehr Einwohner. Die Grundstückspreise sind niedrig, die Wirtschaft brummt, es gibt viele Arbeitsplätze. All das sorgt dafür, dass es relativ junge, gut ausgebildete Menschen nach Texas verschlägt.

Demokraten setzen auf Hispanics

Lloyd Potter, der offizielle Demograf von Texas weist darauf hin, dass mehr als 70 Prozent der Bevölkerung in städtischen Gebieten leben, in Dallas, Fort Worth, San Antonio, Austin und Houston. Nur ein kleiner Teil der Bevölkerung lebe noch auf dem Land.

Dazu kommt: Rund 40 Prozent aller Bewohner haben lateinamerikanische Wurzeln. Jim Henson, Leiter des Texas Politics Project an der University of Texas in Austin, sagt, die Demokraten würden deshalb versuchen in Wahljahren gezielt Wähler lateinamerikanischen Ursprungs zu mobilisieren: "Sie setzen alles daran, die jungen Hispanics in die Wahlkabine zu bekommen, die wählen überwiegend demokratisch."

Wahlbedingungen in Texas schwieriger

Bei jeder Wahl wird der Abstand zwischen Republikanern und Demokraten kleiner. 2018 schlug der konservative Senator Ted Cruz nur ganz knapp seinen demokratischen Herausforderer Beto O'Rourke - noch ein Grund, weshalb Demokraten immer selbstbewusster werden.

Allerdings ist Texas auch einer der Bundesstaaten, wo die Briefwahl stark eingeschränkt ist: Nur registrierte Wähler ab 65 können Briefwahlunterlangen anfordern, Menschen mit Behinderung oder Gefängnisinsassen, denen das Wahlrecht nicht entzogen wurde. Verschiedene Klagen mit dem Ziel, die Briefwahl in diesem Pandemie-Jahr für einen größeren Kreis zu öffnen, blieben bislang ohne Erfolg.

Zuletzt ordnete der republikanische Gouverneur von Texas an, die Zahl der Annahmestellen für die ausgefüllten Briefwahlunterlagen auf eine pro Landkreis zu beschränken - was Bewohner besonders großer und bevölkerungsreicher Landkreise benachteiligt. Ein Richter hob das Dekret auf, weil es die Rechte der Wähler einschränke.

Und noch eine große Unbekannte bleibt: die Wahlbeteiligung. Sie ist in Texas besonders niedrig. Bei der Präsidentschaftswahl 2016 gaben gerade mal 51,6 Prozent aller Wahlberechtigen ihre Stimme ab.

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