BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Porträt: Der voraussichtlich neue US-Präsident Joe Biden | BR24

© ARD / Claudia Sarre

Vernünftig, versöhnlich, volksnah. Das ist Joe Biden. Sein erklärtes Ziel: die heillos zerstrittenen Amerikaner wieder versöhnen. Ein Portrait.

11
Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Porträt: Der voraussichtlich neue US-Präsident Joe Biden

Mit seinen 77 Jahren und fast fünf Jahrzehnten in der Politik ist Joe Biden schon bei vielen Wahlen angetreten. Doch die wahren Herausforderungen stehen ihm noch bevor. Bidens Ziel: die heillos zerstrittenen Amerikaner wieder versöhnen. Ein Porträt.

11
Per Mail sharen

Der voraussichtlich neue US-Präsident gibt sich direkt in seiner Siegesrede versöhnlich: "Es gibt keine blauen oder roten Staaten, nur die Vereinigten Staaten. Nur vereinigt können wir die Ausbreitung von Covid 19 stoppen und das Virus unter Kontrolle bringen", sagt er in seiner ersten Rede nachdem ihm die großen amerikanischen Networks den Sieg bei der Präsidentenwahl zuschreiben.

Herkules-Aufgabe: Corona-Pandemie in den USA

Die erste Herkules-Aufgabe Joe Bidens Präsidentschaft wird sein, die Corona Pandemie endgültig unter Kontrolle bringen. Joe Biden sorgt sich um das amerikanische Volk. Seine große Stärke: Auf Menschen zugehen. Seine große Schwäche: sein Alter. Bei Amtsantritt ist der ehemalige Vizepräsident 78 Jahre alt. Der älteste US-Präsident aller Zeiten.

"Meine Gesundheit ist gut"

"Gott sei Dank ist meine Gesundheit gut. Aber ich bin mir darüber im Klaren, dass jedem jederzeit –unabhängig vom Alter- etwas passieren kann", sagte Joe Biden in einem Interview im September. Kritiker werfen ihm vor, er sei manchmal nicht präsent, habe kleinere sprachliche Aussetzer. Einige politische Gegner behaupten gar, er habe das Stottern, das er sich als Jugendlicher mit dem Aufsagen von Gedichten selbst abtrainiert hat, noch nicht ganz abgelegt.

"Ich denke nicht, dass ich immer noch stottere", meint Biden dagegen und ergänzt: "Aber ganz offensichtlich – sagen einige Leute – suche ich, wenn ich müde bin für einen Moment nach Worten."

Private Tragödie: Frau und Tochter sterben bei einem Autounfall

Geprägt wurde Joe Biden durch seine Lebensgeschichte. Mit 29 wird er Senator. Fast zeitgleich passiert eine private Tragödie: Seine erste Frau und seine einjährige Tochter sterben bei einem Autounfall, seine beiden kleinen Söhne werden schwer verletzt. Nur um ihnen jeden Abend Gute Nacht zu sagen, pendelt Joe Biden täglich von seiner Heimatstadt Wilmington in Delaware nach Washington. Jeden Tag 120 Meilen, vier Stunden lang – und das über viele Jahre.

Vizepräsident unter Barack Obama

Der Höhepunkt seiner bisherigen Politkarriere: seine Vizepräsidentschaft unter dem früheren Präsidenten Obama. Auch deswegen kommt er vermutlich so gut bei Afro-Amerikanern und Latinos an. Der Demokrat spricht sich klar gegen Rassismus und für soziale Gleichheit im Land aus – und damit unterscheidet er sich enorm vom amtierenden Präsidenten Donald Trump.

Klimaschutz ist Thema Nummer 1 der Menschheit

"Viele Amerikaner – egal ob sie mich mögen oder nicht – sehen mich als Gegenentwurf zu Trump", sagt er. Politisch gilt Joe Biden als ein Kandidat der Mitte: so ist er zum Beispiel für eine Weiterentwicklung der Krankenversicherung, fordert einen höheren Mindestlohn, will Jobs schaffen und sich gleichzeitig für den Klimaschutz stark machen. Das, so betont er, sei das Thema Nummer 1, mit dem die Menschheit konfrontiert ist.

Weitere Tragödie: Sohn stirbt 2016 an Gehirntumor

Zweimal schon war Joe Biden als Kandidat ins Rennen gegangen ums Präsidentenamt. Zuletzt - 2016 – trat er nicht an, weil kurz zuvor sein erwachsener Sohn Beau an einem Gehirntumor gestorben war. Nun also hat er es endlich geschafft. Joe Biden wird – so wie es jetzt aussieht - der 46. Präsident der Vereinigten Staaten.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!