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US-Wahl: Industrieregion zwischen Hoffen und Bangen | BR24

© picture alliance / AP Photo

Trump bei seiner Wahlkampf-Veranstaltung im Juni 2016 in Monessen

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    US-Wahl: Industrieregion zwischen Hoffen und Bangen

    Pennsylvania stimmte 2016 mit knapper Mehrheit für Donald Trump. Viele im Rust Belt-Staat erhofften sich durch den Republikaner wieder mehr Arbeitsplätze. Die Ergebnisse sind gemischt - und die Industrieregion so gespalten wie das ganze Land.

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    Juni 2016, eine Wahlkampfveranstaltung von Donald Trump in Monessen, 20 Kilometer südlich von Pittsburgh. "Wir werden Stahl und Aluminium wieder zum Rückgrat unseres Landes machen", verkündet der Kandidat Trump.

    Vor einer Kulisse aus Recycling-Aluminium verspricht der republikanische Präsidentschaftsbewerber, die Renaissance des Rust Belts, und gewaltige Zahlen an gut bezahlten neuen Jobs: "Wir werden eine enorme Zahl an guten Jobs schaffen."

    Journalistin: Trump hat Hoffnung gebracht

    Stacy Wolford, Redakteurin bei der Lokalzeitung "Mon Valley Independent", steht an diesem Tag mit in der Menge. Aufregend war der Besuch, erinnert sie sich.

    Früher lebten in Monessen über 20.000 Menschen. Jetzt sind es nur noch knapp 7.000. So viele Arbeiter schufteten auch in den beiden Stahlwerken am Ufer des Monongahela. Doch die gibt es schon seit Ende der 80er-Jahren nicht mehr. Trump habe viel Hoffnung mitgebracht:

    "Die Stahlhütten-Industrie ist schon seit Jahren tot", erzählt Wolford. "Und seitdem quälen wir uns dahin. In all den kleinen Städten entlang des Flusses kann man die Verwahrlosung sehen." Trump habe neuen Enthusiasmus, neue Aufregung verbreitet. "Ich glaube, die Leute wollten auch daran glauben. Schließlich brauchen wir doch alle Hoffnung."

    Viele Gewerkschaftler stimmten für Trump

    Nur noch ein Großbetrieb aus der Montan-Ära existiert in Monessen: eine Kokerei. Joe Como, Bezirkschef der Gewerkschaft United Steelworkers, steht am Zaun des riesigen Werksgeländes direkt in der Ortsmitte. Momentan läuft die Kokerei im Notbetrieb – wegen der Corona-Pandemie. Über die Hälfte der knapp 200 Mitarbeiter wurden entlassen.

    Vor vier Jahren siegte US-Präsident Trump in Pennsylvania knapp. Auch weil viele Gewerkschafter – sonst demokratische Stammwähler – für ihn stimmten. Und viele werden das auch diesmal tun, fürchtet Como.

    "Warum Gewerkschaftsleute Trump mögen – ich weiß es nicht", sagt Como. "Hauptsächlich ist es wohl die Art wie er redet. Dass er einfach sagt, was ihm in den Sinn kommt." Die Gewerkschaftsleute verstünden einfach nicht, so Como, dass die Republikaner die Gewerkschaften schwächen wollen.

    Unternehmer: Geschäft hat durch Trump geboomt

    Nur ein paar Meilen entfernt, auf einem Hügel über der Ortschaft Finleyville, hat die Walter Long Manufacturing Company ihren Sitz. Vor der Eingangstür zum kleinen Bürogebäude steht ein blaues Schild: "Trump ist mein Präsident."

    David Long führt das Familienunternehmen mit seinem Bruder. Ihre Kunden seien vor allem Unternehmen in der Kohle und in der Erdgasindustrie, erzählt er. In der Obama-Ära sei das Kohle-Geschäft wegen strengerer Auflagen fast komplett eingebrochen. Mit der Wahl 2016 war schlagartig alles anders.

    Trumps Sieg habe dazu geführt, dass das Geschäft die nächsten zwei Jahre geboomt hätte. "Es war super viel zu tun", erzählt Long. Und auch wenn es wegen der Pandemie gerade nicht so gut läuft - David will wieder für Trump stimmen: "Ich habe einfach Angst, dass wenn der andere Typ gewählt wird, dass hier dann alles weg ist", sagt der Unternehmer über Biden.

    Aufschwung ist in Monessen nicht angekommen

    In Monessen ist vom versprochenen Aufschwung nichts zu spüren. Viele Häuser stehen leer und sind verwahrlost. Eine Veränderung aber hat Trumps Besuch vor vier Jahren dennoch bewirkt. Der langjährige demokratische Bürgermeister wurde abgewählt. Matt Shorraw ist der Neue, auch Demokrat.

    "Mein Vorgänger hatte Trump hierher eingeladen und hat bei der Gelegenheit viele hässliche Dinge gesagt", erzählt Shorraw. "Zum Beispiel: Wenn der Islamische Staat nach Monessen käme, würden sie gleich wieder umdrehen, weil die Stadt aussieht als sei sie schon bombardiert worden." Das habe ihn richtig geärgert. "Also habe ich beschlossen, gegen ihn zu kandidieren."

    Bürgermeister: Biden muss die kleinen Orte besuchen

    Trotzdem hofft der erst 26-jährige Shorraw, dass seine Partei etwas aus Trumps Auftritt hier gelernt hat: "Biden muss auch raus und die kleinen Orte besuchen. Auch wenn es wegen der Pandemie schwer ist." Viele Menschen in Städten wie Monessen fühlten sich vergessen. "Und es ist ganz wichtig für alle Städte und Dörfer, sich nicht vergessen zu fühlen."

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