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US-Wahl 2020: Zweimal abgestimmt und ab ins Gefängnis? | BR24

© dpa/pa/Evan Vucci

Wahlkampf in den USA - Trump

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    US-Wahl 2020: Zweimal abgestimmt und ab ins Gefängnis?

    US-Präsident Trumps jüngste Äußerung zur doppelten Stimmabgabe sorgt bei vielen Bundesstaaten für Entsetzen. Auch Twitter ging gegen die Botschaft vor. Trump wird vorgeworfen, seine Anhänger zu einer Straftat zu ermuntern.

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    Mehrere US-Bundesstaaten haben die Ermunterung von Präsident Donald Trumps zur doppelten Stimmabgabe bei der Wahl im November als gesetzeswidrig zurückgewiesen. Auch Twitter und Facebook gingen gegen Trumps Äußerungen vor. "Zweifach abzustimmen ist illegal, ganz egal, wer Sie dazu ermuntert", erklärte der Bundesstaat Michigan. "Die Idee des Präsidenten ist toll für Menschen, die ins Gefängnis wollen", erklärte Justizministerin Dana Nessel, eine Demokratin.

    Auch die für die Wahl zuständige Behörde in North Carolina erklärte: "Es ist illegal, zweimal zu wählen." Ähnliche Statements kamen unter anderem auch von den Wahlverantwortlichen in Kalifornien, Colorado und Arizona. Die Behörde in North Carolina ermahnte Bürger auch, am Wahltag entgegen des Appells des Präsidenten nicht in die Wahllokale zu kommen, um sich der korrekten Zählung der eigenen Briefwahlstimme zu versichern. "Das ist nicht nötig. Zudem würde es zu längeren Schlangen und einer möglichen Verbreitung des Coronavirus führen." Die US-Bundesstaaten sind für die Durchführung der Wahl zuständig. In North Carolina kann schon seit gestern per Brief abgestimmt werden.

    Bis zu fünf Jahre Haft

    Trump hatte Briefwähler zum Versuch einer doppelten Stimmabgabe ermutigt. Trump sagte dem lokalen Sender WECT am Mittwoch bei einem Besuch im Bundesstaat North Carolina, Briefwähler sollten im Wahllokal erneut versuchen, ihre Stimme abzugeben. Sollte das Briefwahl-System so gut funktionieren, wie von dessen Befürwortern behauptet, "dann werden sie nicht in der Lage dazu sein", sagte er. Nach US-Bundesrecht kann die Abgabe von mehr als einer Stimme bei einer Präsidentschafts- oder Kongresswahl eine Geldstrafe von bis zu 10 000 Dollar und/oder Haft von bis zu fünf Jahren nach sich ziehen.

    Facebook erklärte zu Trumps Interview, es verstoße gegen "Richtlinien, die Wahlbetrug verbieten und wir werden es löschen, es sei denn, es wird verbreitet, um die Aussagen zu korrigieren". Trumps Sprecherin Kayleigh McEnany erklärte, der Präsident habe mit seinen Aussagen vor dem Betrugspotenzial durch Briefwahl warnen wollen.

    Trump rudert zurück - und wiederholt die Aufforderung dann

    Wegen der anhaltenden Corona-Pandemie wird bei den Wahlen am 3. November mit einer massiven Zunahme der Abstimmung per Briefwahl gerechnet. Briefwahl gilt insgesamt als sehr sicher und etabliert - 2016 etwa hatte fast jeder vierte Wähler per Post abgestimmt. Am Donnerstag ruderte Trump dann via Twitter wieder etwas zurück, forderte Briefwähler aber erneut auf, sich am Wahltag auch in die Wahllokale zu begeben. Im Problemfall sollten die Bürger dann vor Ort nochmals abstimmen, damit keine Stimme verloren gehe, schrieb er.

    Bei einer Wahlkampfveranstaltung in Pennsylvania am Abend wiederholte Trump seine Äußerungen. "Sie müssen sicherstellen, dass ihre Stimme gezählt wird", sagte er vor Anhängern. Derzeit würden Briefwahlunterlagen auch an "Tote" und "Hunde" verschickt, behauptete er. Die Demokraten könnten die Wahl nur über Betrug gewinnen. Der Präsident liegt in Umfragen jedoch seit vielen Wochen hinter seinem demokratischen Herausforderer Joe Biden.

    Twitter und Facebook gehen gegen Video von Interview vor

    Twitter versah zwei Tweets von Trump zu dem Thema mit einem Warnhinweis. Die Tweets verstießen gegen Richtlinien zur Wahrung der Integrität der Wahl, erklärte das Unternehmen. "Unser Ziel ist es, Menschen daran zu hindern, Ratschläge zur doppelten Stimmabgabe zu teilen, die illegal sein könnten", hieß es. Der Tweet konnte daher nur noch eingeschränkt weiterverbreitet werden. Ein Klick auf den Warnhinweis führte aber zum Original. Es sei im öffentlichen Interesse, dass der Tweet weiter zugängig sei, hieß es.

    Auch Facebook versah Trumps Post mit einem Warnhinweis. "Die Abstimmung per Briefwahl hat eine lange Geschichte der Vertrauenswürdigkeit in den USA und das gleiche wird auch für dieses Jahr prognostiziert", hieß es. Zudem wurde Facebooks Seite mit umfassenden Informationen zur Wahl verlinkt. Auch ein Post mit einem Video der Pressekonferenz von Trumps Sprecherin McEnany, die Trumps Aussagen verteidigt hatte, wurde um diesen Link ergänzt. Trump kritisiert Briefwahl immer wieder ohne Angabe von Gründen als betrugsanfällig. Twitter hatte daher erst vor etwa zehn Tagen einen Tweet Trumps zu angeblichem Wahlbetrug mit einem Warnhinweis versehen. Trump hat auf Twitter rund 86 Millionen Follower.

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